Interview mit Detlev von Larcher: „Den G20-Gipfel könnte man abschaffen“

Detlev von Larcher über das Unvermögen der Politik, Banken zu regulieren.

Detlev von Larcher ist ein ehemaliger Bundestagsabgeordneter und SPD-Politiker. Er ist seit 2000 Mitglied von Attac, dem internationalen Netzwerk der Globalisierungskritiker, bei dem er unter anderem Experte für Steuern, Finanzpolitik und Finanzmärkte ist.   

Herr von Larcher, Attac lehnt den G20-Gipfel, der Anfang Juli in Hamburg stattfinden wird, weitgehend ab. Sehen Sie Donald Trump, der multilaterale Bündnisse ablehnt, als Verbündeten?

Nein. Wir kritisieren die Politik, auch das jetzige Treffen der Finanzminister, weil wir die Auswirkungen der Politik sehen. Attac will mit unterschiedlichen Aktionen dafür sorgen, dass Alternativen sichtbar werden. Wenn Sie daran denken, wie der G20-Gipfel entstanden ist: Das war eine Reaktion auf die Krise 2008. Früher gab es die G20-Finanzministertreffen, die aber nicht so liefen wie jetzt. Nach der Finanzkrise 2008 gab es Bedenken, ob die Finanzmärkte alles effektiv und am besten für alle regeln können, wie die neoliberale Theorie besagt. Auf dem Pittsburgher Gipfel 2009 sind ja auch gute Beschlüsse gefasst worden. Neun Jahre nach der Krise gibt es jedoch dafür noch kein Ergebnis.

Was wurde finanzpolitisch versäumt?

Das Schattensystem der Banken sollte beendet werden. Man hat versucht, den Derivatenhandel und den Handel Over-the-Counter einzuschränken. Aber wenn sie auf die Finanzmärkte schauen, finden Spekulationen weiter statt wie vorher. Die Kontrolle der Finanzmärkte ist immer noch viel zu schwach. Und die ursprüngliche Attac-Forderung, eine Finanztransaktionssteuer einzuführen: Nun verhandeln zehn europäische Länder darüber. Das...Lesen Sie den ganzen Artikel bei berliner-zeitung

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