Türkischer Gemeinde-Vorsitzender Sofuoglu: „Wünsche mir nicht, dass Erdogan kommt“

Gökay Sofuoglu spricht über Erdogan und die Wahl in den Niederlanden.

Gökay Sofuoglu (54) ist Bundesvorsitzender der Türkischen Gemeinde in Deutschland, einer Interessenvertretung von mehr als 200 Vereinen türkischstämmiger Deutscher und Türken, die in Deutschland leben.

In den Niederlanden hat Geert Wilders die Wahl verloren. War der harte Kurs von Ministerpräsident Mark Rutte gegen geplante Wahlkampfauftritte türkischer Regierungsmitglieder richtig?

Das hat eine Rolle gespielt. Die holländischen Wählerinnen und Wähler haben es offenbar honoriert, dass Rutte dem Populismus aus der Türkei und von Wilders eine klare Absage erteilt hat. 

Wäre das niederländische Vorgehen auch ein Vorbild für Bundeskanzlerin Angela Merkel?

Ich warne davor, unsere Innenpolitik auf Erdogan zu konzentrieren. Es wäre schädlich für unsere Demokratie, wenn Erdogan plötzlich den Wahlkampf bestimmen würde. Wir sollten gelassen bleiben.

Angesichts der Wortwahl Erdogans ist das manchmal schwierig. Macht es die Bundesregierung richtig, wenn sie die Nazi-Vergleiche abtropfen lässt?

Die Reaktion ist absolut richtig. Die Bundesregierung lässt sich nicht auf das Niveau Erdogans herab. Manche Äußerungen Erdogans sollten einfach ignoriert werden.

Wie bewerten Sie die Ankündigung der Landesregierung im Saarland, Auftritte von Erdogan-Ministern verbieten zu wollen?

Das ist eine andere Art von Populismus und steht im Widerspruch zum Grundgesetz, das Meinungsfreiheit garantiert. Ich finde, das ist der falsche Weg. Solche Ankündigungen sind Wasser auf die Mühlen Erdogans, der sich nur zu gerne in der Rolle des Opfers sieht. Das merkt man in der Türkei, wo Erdogan Europa zum Feind erklärt hat und daraus politischen Nutzen ziehen will. Er will damit...Lesen Sie den ganzen Artikel bei berliner-zeitung

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