Interview: Lichtenbergs Bürgermeister: "Wir haben Geld zur Verfügung"

Der neue Bezirksbürgermeister von Lichtenberg, Michael Grunst (Linke), über das Potenzial seines Bezirkes

Michael Grunst (47) war für seine Partei Die Linke gewissermaßen nur "zweite Wahl" für den Posten des Bezirksbürgermeisters von Lichtenberg. Er wurde nominiert, nachdem Evrim Sommer nach Vorwürfen, ihren Lebenslauf im Abgeordnetenhandbuch geschönt zu haben, von der Kandidatur zurückgetreten war. Nun ist Grunst seit Dezember 2016 im Amt und hat es scheinbar leichter als manch einer seiner Amtskollegen.

Herr Grunst, eigentlich waren Sie gar nicht für den Posten des Bezirksbürgermeisters vorgesehen. Sind Sie schon im neuen Amt angekommen oder fühlt es sich noch fremd an?

Michael Grunst: Es ist nicht mehr so surreal wie in den ersten Tagen. Ich hatte mir Bedenkzeit erbeten, habe dann nach langen Beratungen gesagt: "Ich mach's", und habe es bis heute nicht bereut. Es ist hoch spannend. Lichtenberg ist ein Wachstumsbezirk, 3000 bis 5000 Menschen ziehen pro Jahr hierher. Und es macht großen Spaß, in einem Bezirk zu arbeiten mit einer sehr aktiven Zivilgesellschaft, in dem Geld zur Verfügung steht, um die Wachstumsprozesse zu gestalten. Mir hat aber auch geholfen, dass ich aus der Verwaltung komme, 15 Jahre hier Bezirksverordneter war und die Chance hatte, für zwei Jahre als Stadtrat in Treptow-Köpenick zu arbeiten. Wenn ich morgens aufstehe, freue ich mich auf den Tag.

Wo kommt das Geld her? Wie hat Lichtenberg es geschafft, im Vergleich zu anderen Bezirken finanziell so gut dazustehen?

Das Bezirksamt Lichtenberg hat seit 2003 den Haushalt unter den Bedingungen der Kosten- und Leistungs...

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