Interview mit Nordkorea-Kenner: „Konfrontation mit USA stärkt Kim Jong Un“

Professor Rüdiger Frank über Nordkorea, Donald Trump und dessen Verhältnis zu China.

Herr Frank, US-Präsident Donald Trump schickt Kriegsschiffe in Richtung Nordkorea. Wird das in Pjöngjang Eindruck machen?

Mit Sicherheit nicht. Es wird die Nordkoreaner eher noch darin bestärken, Atomwaffen zu testen. Denn sie glauben, dass das die einzige Sicherheit ist, die sie gegen die überlegene Militärmacht der Amerikaner haben. Und die USA sind schließlich, wie wir letzte Woche in Syrien gesehen haben, offenbar immer wieder einmal bereit, ihr Arsenal einzusetzen.

Ist das aus Ihrer Sicht ein Beleg, dass die Amerikaner wieder zu einer globalen Ordnungsmacht werden wollen?

Ich habe keine Ahnung, was im Kopf von Donald Trump vorgeht. Ich kann Ihnen aber sagen, dass sich das Ganze positiv auf die Macht von Kim Jong Un auswirken wird. Das wird ihn innenpolitisch stärken. Er hat immer wieder behauptet, das Land sei von den Amerikanern bedroht und müsse deswegen Opfer bringen. Kim Jong Un sieht sich durch das Säbelrasseln der Amerikaner in dieser Haltung bestätigt.

Geht es nur um Nordkorea, oder um Macht und Einfluss in ganz Ostasien?

Geopolitisch gesehen ist die Angelegenheit viel breiter. Nordkorea bekommt plötzlich Verbündete, die es bislang nicht hatte, und das treibt Russland und China zusammen.

Wie meinen Sie das?

Russland und China sind zwei Kontinentalmächte, die eine lange gemeinsame Grenze haben. Sie haben eine lange Geschichte von Auseinandersetzungen, die teilweise sogar militärischer Natur waren. Die Amerikaner haben es seit den 70er Jahren vermocht, einen Keil zwischen...Lesen Sie den ganzen Artikel bei berliner-zeitung

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