Interview: "Steuerberater werden ist nichts für Auswendiglerner"

Die Experten für Steuern sollten Empathie besitzen, sagt Prüferin Karin Schopp. Das Examen gilt als schwierig, nur 40 Prozent bestehen es.

Steuerberaterin Karin Schopp ist Fachberaterin für Internationales Steuerrecht, Vizepräsidentin der Steuerberaterkammer Berlin und Mitglied im Prüfungsausschuss bei der Finanzverwaltung. Adrienne Kömmler sprach mit ihr über Berufswege, Einsatz- und Karrieremöglichkeiten.

Frau Schopp, der Weg zum Steuerberater ist nicht gerade leicht. Wie viele fallen durch die Prüfung?

Karin Schopp: Ja, die Prüfung ist tatsächlich kein dünnes Brett, das zu bohren ist. Wir haben durchschnittlich eine Bestehungsquote von 40 Prozent. Das liegt sicherlich an der Art dieser Prüfung, aber auch an dem nicht homogenen Zugang zur Steuerberaterprüfung. Es treten ja Akademiker und Nichtakademiker an. Es wird geballtes Wissen abgefragt. Das ist sehr theoretisch. Wir als Kammer würden die hohe Quote derer, die es nicht schaffen, gern senken. Deshalb beschäftigen wir uns seit Jahren mit einer Umstrukturierung der Prüfung.

Unabhängig vom theoretischen Wissen: Welche Eigenschaften sollte man mitbringen, um ein guter Steuerberater zu werden?

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Steuerberaterin Karin Schopp ist Mitglied im Prüfungsausschuss der Finanzverwaltung Adrienne Kömmler

Einen guten Steuerberater macht aus, dass er Lebenssachverhalte unter einer bestimmten Norm – also im Kontext gesetzlicher Regelungen – strukturieren kann. Dazu ist analytisches Denken notwendig. Das ist nichts für Auswendiglerner. Man muss die Dinge verstehen. Dann erschließen sie sich von selbst. Natürlich sollte man Empathie entwickeln, um Menschen und Sachverhalte zu erfassen. Auch ein gewisses Interesse an wirtschaftlichen Zusammenhängen hilft.

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