Investoren unterstützen Finanzdienstleister Robinhood mit 3,4 Milliarden Dollar

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Logos von Gamestop und Robinhood

Der im Zentrum der Börsen-Turbulenzen um den Computerspielhändler Gamestop stehende Online-Finanzdienstleister Robinhood hat nach eigenen Angaben 3,4 Milliarden Dollar (rund 2,8 Milliarden Euro) zusätzlich von Investoren erhalten. "Diese Finanzierung ist ein starkes Zeichen des Vertrauens", teilte das Unternehmen am Montag mit. Robinhood war in den vergangenen Tagen heftig kritisiert worden, weil es nach den durch Kleinanleger ausgelösten Kursanstiegen den Kauf der Aktien von Gamestop und weiterer Unternehmen eingeschränkt hatte.

Mit den zusätzlichen Milliarden will das Unternehmen die trotz der Kritik offenbar gewachsene Nachfrage bedienen. Bei Neukunden verzeichnet die Anwendung, mit der Kleinanleger online mit wenigen Klicks Aktien handeln können, nach eigenen Angaben "Rekordzuwächse". Der Umfang der zusätzlichen Investitionen sei größer als das gesamte Investitionsvolumen, das das Unternehmen seit seiner Gründung erhalten habe, berichtete das "Wall Street Journal".

Hintergrund der Turbulenzen waren Kleinanleger, die sich vor allem über die Online-Plattform Reddit organisiert und so das Geschäftsmodell großer Hedgefonds angegriffen hatten. Die Amateuranleger hatten massenhaft Aktien der durch wachsende Online-Konkurrenz und die Corona-Krise in die Bredouille geratenen Computerspiel-Einzelhandelskette Gamestop gekauft - ein Unternehmen, bei dem mehrere Hedgefonds auf fallende Kurse gesetzt hatten.

Online-Finanzdienstleister wie Robinhood und TD Ameritrade begrenzten am Donnerstag vorübergehend den Handel mit diesen Aktien. Am Freitag wurde dieser teilweise wieder aufgenommen. Robinhood-Chef Vlad Tenev begründete den Schritt in einem Interview mit Tesla-Gründer Elon Musk am Sonntag mit der Notwendigkeit, angesichts der gestiegenen Handelsvolumen auf der Plattform drei Milliarden Dollar zusätzliche Sicherheitsgarantien vorweisen zu können.

Die Börsenschlacht zwischen etablierten Wall-Street-Akteuren und Kleinanlegern löste inzwischen eine Debatte über das Geschäftsmodell von Hedgefonds aus. Die US-Senatorin Elizabeth Warren vom linken Flügel der Demokraten kritisierte, die Vorgänge würden lediglich verdeutlichen, was an der Wall Street seit Jahren stattfinde. Es gebe "eine Gruppe von Spielern", die den Markt manipuliere. Senator Bernie Sanders nannte das Geschäftsmodell der Wall Street "defekt" und beklagte "empörendes Verhalten" auf Seiten der Hedgefonds.

fwe/mid/noe