Inzidenz-Werte steigen wieder – Was nun in den Urlaubsländern gilt

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Je nach Urlaubsland gilt es aktuell bei der Einreise einige Dinge zu beachten. (Symbolbild: Getty Images)
Je nach Urlaubsland gilt es aktuell bei der Einreise einige Dinge zu beachten. (Symbolbild: Getty Images)

Aufgrund der Delta-Variante und dem langsamen Impftempo, vor allem bei den jüngeren Menschen, steigen in vielen Urlaubsländer die Inzidenzwerte wieder stark an. Diese Entwicklung hat auch Auswirkungen auf Urlaubsreisen.

Zwar sah die Europäische Kommission mit dem digitalen Gesundheitszertifikat einheitliche Regeln für Geimpfte und Genesene vor, aber insbesondere ungeimpfte Touristen müssen in den kommenden Wochen und Monaten teils deutliche Einschränkungen in Kauf nehmen.

Das heißt nicht, dass die lang ersehnte Urlaubsreise nun erneut ausfallen muss, aber vor der Abreise sollten ausreichend Informationen über die Regelungen vor Ort eingeholt werden. Dabei können die Reiseveranstalter, das Reisebüro und die Unterkunft vor Ort helfen. Die entsprechenden Kontaktdaten findet man in der Regel auf der Reisebuchung.

Das Auswärtige Amt klassifiziert Risikogebiete, deren 7-Tages-Inzidenz einen Wert von 200 überschreitet, als Hochinzidenzgebiete. Vor touristische Reisen in diese Gebiete wird in der Regel dann auch gewarnt.

So ist aktuell die Situation in den einzelnen Urlaubsländern:

Spanien

In Spanien schnellt die 7-Tages-Inzidenz wieder extrem nach oben. Aktuell liegt der Wert bei 258 (Stand: 14. Juli). Vor einer Woche lag dieser noch bei 199 Infektionen auf 100.000 Einwohner. Auf den Balearen mit den, bei den Deutschen äußert beliebten Inseln, Mallorca, Menorca, Cabrera, Ibiza und Formentera liegt die 7-Tages-Inzidenz bei 196, Tendenz steigend. Noch vor einer Woche lag der Wert auf den Urlaubsinseln noch bei 145.

Steigen die Neuinfektion in Spanien weiterhin an, dürfte das Auswärtige Amt wohl schon bald eine Reisewarnung aussprechen.

Was bedeutet das für Urlauber?

Ungeimpfte Personen müssen bei ihrer Rückkehr nach Deutschland in eine zehntägige Quarantäne. Diese lässt sich durch einen negativen Antigen-Schnelltest auf fünf Tage reduzieren. Geimpfte und Genesene benötigen bei der Ein- und Ausreise verpflichtend ihre Nachweise. Im Extremfall könnten provisorische Spontan-Antigen-Schnelltests am Flughafen notwendig sein.

Am Urlaubsort müssen Urlauber mit Einschränkungen rechnen. Aufgrund der hohen Inzidenz schalten spanische Behörden in den Lockdown-Modus. Das Nachtleben wird aktuell in vielen spanischen Regionen durch Sperrstunden eingeschränkt. In Barcelona müssen ab sofort alle Restaurants, Bars und Lokale ab 0.30 Uhr schließen. Mancherorts gelten zudem nächtliche Ausgangssperren.

Griechenland

Mit einem negativen Antigen-Schnelltest oder PCR-Test können Ungeimpfte zwar problemlos von Deutschland aus nach Griechenland einreisen, vor Ort müssen ungeimpfte Personen aber mit Einschränkungen rechnen.

In der Gastronomie, im Freizeitpark, im Theater oder Kino müssen Betreiber im Vorfeld die Entscheidung treffen, ob sie nur geimpfte oder auch zusätzlich ungeimpfte Gäste bedienen wollen. 

Touristen erkennen die Betriebe, die nur für Geimpfte und Genesene geöffnet sind, an dem grünen "Covid-Free"-Siegel. Geimpfte und Genesene müssen ihre Nachweise (digital oder in Papierform) mitnehmen und vorzeigen können. Ungeimpften Touristen wird hier der Zutritt verweigert.

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Wenn Betriebe ungeimpfte, genesene und geimpfte Gäste bedienen, wird die mögliche Auslastung im Innen- und Außenbereich reduziert. Die Tische müssen weit auseinanderstehen und am Eingang müssen die Nachweise kontrolliert werden. Um sich an einen Tisch im Innen- oder Außenbereich zu setzen, wird von Ungeimpften ein negativer PCR- oder Schnelltest verlangt. 

Touristen erkennen solche Betriebe an dem #covid19-Siegel, der in orange-blauer Farbe gehalten wird. Geimpfte und Genesene werden in den Bereichen voneinander getrennt.

Ungeimpfte Personen wird geraten, ihren negativen PCR- oder Schnelltest bei der Ankunft in Griechenland aufzubewahren, da es möglich sein kann, dass dieser beim Einchecken im Hotel erneut vorgezeigt werden muss.

Da die Betriebe durch die reduzierte Anzahl von Tischen schnell ausgebucht sein können, ist es ratsam, stets rechtzeitig zu reservieren.

Malta

Ursprünglich hätte für die kleine Urlaubsinsel ab Mittwoch ein striktes Einreiseverbot für Ungeimpfte gelten sollen. Doch kurz vor dem Inkrafttreten der Regelung hat sich die maltesische Regierung dem Druck der Europäischen Kommission gebeugt. Ungeimpfte müssen sich nun nach ihrer Einreise in eine 14-tägige Quarantäne begeben.

Slowakei

In der Slowakei gelten seit 9. Juli ebenfalls striktere Einreiseregeln. Wer nicht vollständig geimpft ist hat oder nicht bereits als Genesen gilt, benötigt bei der Einreise in die Slowakei einen negativen PCR-Test und muss sich zudem in Quarantäne begeben.

Norwegen

Norwegen achtet genau auch die Inzidenzwerte der anderen Länder und teilt diese in grüne bzw. orangene und rote Zonen ein. Deutschland gilt derzeit als grüne Zone, was bedeutet, dass Bundesbürger aktuell problemlos nach Norwegen ein- und auch wieder ausreisen können. 

Ungeimpfte, die aus Ländern, die als Risikogebiet definiert werden (z.B. Andorra, Irland, Lettland, Luxemburg, Monaco, die Niederlande, Portugal und Spanien) einreisen möchten, benötigen einen aktuellen negativen PCR-Test und müssen zudem zehn Tage in Quarantäne.

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Impfpflicht

Einige EU-Länder diskutieren mittlerweile über eine Impfpflicht, so z.B. Frankreich, Griechenland oder auch Zypern. Ungeimpfte, die in diese Länder reisen wollen, könnten unter Umständen an der Grenze abgewiesen werden.

Welche Dokumente benötigt man aktuell bei Reisen?

Abhängig vom jeweiligen Urlaubsort werden benötigt:

  • Personalausweis oder Reisepass

  • In Griechenland, Irland, Italien, Kroatien, Malta, Norwegen, Portugal, in der Slowakei, in Slowenien, Spanien, Tschechien oder Zypern benötigen Touristen ein verpflichtendes Einreiseformular

  • In Frankreich oder den Niederlanden ist zudem eine verpflichtende Gesundheitsbestätigung notwendig

  • Geimpfte benötigen einen Nachweis, aus dem hervorgeht, dass eine Covid-19-Impfung vollständig vorliegt (14-Tage nach der Zweit- oder nötigen Einzelimpfung). Den Nachweis müssen Reisende digital über die CovPass-App einscannen und gleichzeitig in Papierform (Impfbescheinigung oder gelber Impfausweis) bei sich haben

  • Genesene benötigen ihren positiven PCR-Test, aus dem die verstrichene Infektion hervorgeht. In dem Dokument muss das Datum der Ausstellung, das Testverfahren, der Name des Labors, die Kontaktdaten, der Name des Getesteten und in einigen Ländern auch sein Geburtsdatum genannt sein. Andere Dokumente wie eine Quarantäne-Bestätigung gelten in vielen Urlaubsländern nicht

  • Ungeimpfte und Nicht-Genesene brauchen je nach Reiseland einen negativen Antigen-Schnelltest oder ausschließlich einen negativen PCR-Test, mit allen notwendigen persönlichen Angaben

  • Zudem sollten Urlauber stets ihre europäische Gesundheitskarte mit sich führen

Was gilt bei der Rückreise nach Deutschland?

  • Personalausweis oder Reisepass

  • Reisende aus Risiko- oder Hochinzindenzgebieten benötigen ein Einreiseformular. Dieses Formular kann hier ausgefüllt werden

  • Geimpfte benötigen einen Nachweis, aus dem hervorgeht, dass eine Covid-19-Impfung vollständig vorliegt (14-Tage nach der Zweit- oder nötigen Einzelimpfung). Den Nachweis müssen Reisende digital über die CovPass-App einscannen und gleichzeitig in Papierform (Impfbescheinigung oder gelber Impfausweis) bei sich haben

  • Genesene benötigen ihren positiven PCR-Test, aus dem die verstrichene Infektion hervorgeht. In dem Dokument muss das Datum der Ausstellung, das Testverfahren, der Name des Labors, die Kontaktdaten, der Name des Getesteten und in einigen Ländern auch sein Geburtsdatum genannt sein. Andere Dokumente wie eine Quarantäne-Bestätigung gelten in vielen Urlaubsländern nicht

  • Ungeimpfte brauchen einen aktuellen negativen Antigen-Schnelltest oder einen negativen PCR-Test

  • Bundesbürger die aus einem Hochinzidenzgebiet zurückkehren, müssen sich in eine 10-tägige Quarantäne begeben. Eine Verkürzung auf fünf Tage ist durch einen negativen Test-Nachweis nach Ankunft möglich

  • Für Bundesbürger, die aus Risikogebieten (aktuell in der EU Portugal und Zypern) nach Deutschland einreisen wollen, gilt zusätzlich eine stichprobenartige Testung bei Ankunft per Antigen-Schnelltest

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