Iran blockiert Anruf-Funktion des Messenger-Dienstes Telegram

Die iranischen Behörden haben die Anruf-Funktion der landesweit beliebtesten Messenger-Dienstes Telegram blockiert. Telegram ist eine wichtige Plattform für politische und kulturelle Diskussionen im Iran

Die iranischen Behörden haben die Anruf-Funktion der landesweit beliebtesten Messenger-Dienstes Telegram blockiert. Die am Freitag freigeschaltete Anwendung sei von der Justiz verboten worden, sagte Telekommunikationsminister Mahmud Waesi am Mittwoch der Zeitung "Schargh". Ob das Verbot politische Gründe hat, blieb unklar. Die Justizbehörden äußerten sich zunächst nicht zu ihrem Vorgehen. Telegram-Gründer Pawel Durow bestätigte, dass die Anruf-Funktion für die 40 Millionen Nutzer der App in dem Land nicht verfügbar sei.

Telegram ist eine wichtige Plattform für politische und kulturelle Diskussionen im Iran, wo Dienste wie Facebook, YouTube oder Twitter offiziell verboten sind. Einige Telegram-Konten haben mehr als eine Million Abonnenten. Die iranischen Behörden gehen offiziell von etwa 20 Millionen Nutzern aus.

Vor etwa einem Monat waren zwölf Betreiber von Telegram-Kanälen festgenommen worden. Ihnen wird die Gefährdung der nationalen Sicherheit und die Verbreitung "obszöner" Inhalte vorgeworfen. Präsident Hassan Ruhani kritisierte die Festnahmen. Der moderate Staatschef hat aber wenig Einfluss auf die Justiz.

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