Iran entlässt britisch-iranische Bürgerin Zaghari-Ratcliffe vorläufig aus Haft

Die seit knapp vier Jahren im Iran inhaftierte britisch-iranische Staatsbürgerin Nazanin Zaghari-Ratcliffe ist vorläufig aus dem Teheraner Gefängnis entlassen worden. Die 41-Jährige sei am Nachmittag für zwei Wochen bis zum 4. April aus der Haft entlassen worden, müsse aber eine elektronische Fußfessel tragen und dürfe sich höchstens 300 Meter vom Haus ihrer Eltern entfernen, teilte ihr Mann Richard Ratcliffe am Dienstag per E-Mail mit.

Der britische Außenminister Dominic Raab erklärte, er sei "erleichtert". Er rief gleichzeitig die iranischen Behörden auf, alle Briten mit doppelter iranischer Staatsbürgerschaft freizulassen.

Nazanin Zaghari-Ratcliffe war im April 2016 festgenommen worden, während sie mit ihrer kleinen Tochter ihre Eltern im Iran besuchen wollte. Die iranischen Behörden werfen der Mitarbeiterin der Journalisten-Stiftung Thomson Reuters vor, im Jahr 2009 an den Protesten gegen die Regierung teilgenommen zu haben. Zaghari-Ratcliffe, die alle Vorwürfe zurückweist, wurde wegen "Volksverhetzung" zu fünf Jahren Haft verurteilt. Ihre Haftstrafe sitzt sie im berüchtigten Evin-Gefängnis in Teheran ab. Ihre Tochter lebt seitdem bei den Großeltern und darf nicht nach Großbritannien zurückkehren.

Ende Februar hatte ihre Familie mitgeteilt, dass die 41-Jährige befürchte, sich mit dem neuartigen Coronavirus angesteckt zu haben und dass sich ihr Gesundheitszustand verschlechtert habe. Die iranischen Behörden wiesen dies zurück. Die Affäre hat die Spannungen zwischen London und Teheran weiter verschärft.