Frankreich bestellt iranischen Botschafter wegen inhaftierter Forscher ein

Die im Iran inhaftierte Wissenschaftlerin Adelkhah

Aus Protest gegen die Inhaftierung von zwei französischen Forschern im Iran hat Frankreich den iranischen Botschafter in Paris einbestellt. Die Anthropologin Fariba Adelkhah und der Soziologe Roland Marchal müssten "unverzüglich freigelassen werden", forderte das französische Außenministerium am Freitag.

Die beiden Wissenschaftler von der Pariser Universität Sciences Po werden seit Juni wegen angeblicher Spionage im Iran festgehalten. Dies sei "inakzeptabel", hieß es in Paris. Ähnlich hatte sich am 10. Dezember bereits Frankreichs Präsident Emmanuel Macron geäußert.

Besorgt zeigte sich das Außenministerium zudem darüber, dass Adelkhah sowie die britisch-australische Islamwissenschaftlerin Kylie Moore-Gilbert in einen Hungerstreik getreten sind. Das Pariser Forschungsinstitut Ceri hatte am Mittwochabend erklärt, sie protestierten damit gegen die Haft und die "psychologische Folter", der sie ausgesetzt seien.

Die beiden Forscherinnen hatten in einem offenen Brief an das in New York ansässige Zentrum für Menschenrechte im Iran (CHRI) zudem "zahlreiche Verstöße gegen unsere Menschenrechte" beklagt. Mit ihrem Hungerstreik wollen sie nach eigenen Angaben auf das Schicksal aller Wissenschaftler aufmerksam machen, "die wie wir im Iran und im Nahen Osten zu Unrecht inhaftiert sind".

Im Iran befinden sich derzeit eine ganze Reihe westlicher Staatsbürger in Haft. Die prominenteste Gefangene ist die iranisch-britische Staatsbürgerin Nazanin Zaghari-Ratcliffe, die seit 2016 eine Haftstrafe absitzt.