Werbung

Irak und Iran verurteilen US-Angriff auf pro-iranischen Kommandeur in Bagdad

Nach dem US-Luftangriff in Bagdad, bei dem unter anderem ein Kommandeur der pro-iranischen Hisbollah-Brigaden getötet wurde, haben der Iran und der Irak das Vorgehen des US-Militärs verurteilt. (AHMAD AL-RUBAYE)
Nach dem US-Luftangriff in Bagdad, bei dem unter anderem ein Kommandeur der pro-iranischen Hisbollah-Brigaden getötet wurde, haben der Iran und der Irak das Vorgehen des US-Militärs verurteilt. (AHMAD AL-RUBAYE)

Nach dem US-Luftangriff in Bagdad, bei dem unter anderem ein Kommandeur der pro-iranischen Hisbollah-Brigaden getötet wurde, haben der Iran und der Irak das Vorgehen des US-Militärs verurteilt. Irakische Behörden bezeichneten den Angriff am Donnerstag als "unverhohlenes Attentat" in einem Wohngebiet der Hauptstadt. Der iranische Außenamtssprecher Nasser Kanani warf den USA "Abenteurertum" vor, das die Sicherheit in der Region gefährde.

Bei dem Drohnenangriff auf ein Auto im Osten der irakischen Hauptstadt waren am Mittwoch nach Angaben des Innenministeriums in Bagdad drei Menschen getötet worden: Zwei hochrangige Mitglieder der irakischen Hisbollah-Brigaden sowie ihr Chauffeur.

Der Irak warf den USA vor, außerhalb der "Gründe und Ziele" zu agieren, wegen der die von ihr geführte internationale Militär-Koalition im Land sei. Die irakische Regierung sei daher "mehr denn je" dazu gedrängt, die Mission der Koalition zu beenden, "die zu einem Faktor der Instabilität für den Irak geworden ist", erklärte ein Sprecher des irakischen Ministerpräsidenten Mohammed Schia al-Sudani.

Auch der Iran verurteilte den US-Angriff scharf. Die Fortsetzung "eines solchen amerikanischen Abenteurertums" stelle "eine Bedrohung des regionalen und internationalen Friedens und der Sicherheit dar", erklärte Kanani.

Im Irak sind rund 2500 US-Soldaten stationiert, im Nachbarland Syrien 900 weitere. Die von den USA angeführte internationale Militärkoalition in diesen Ländern wurde 2014 gegründet, um die Islamisten von der sunnitischen IS-Miliz zurückzudrängen.

Vor dem Hintergrund des Kriegs zwischen Israel und der radikalislamischen Palästinenserorganisation Hamas gehen die USA derzeit verstärkt mit Luftangriffen gegen pro-iranische Gruppen im Irak und in Syrien vor.

Dabei handelt es sich um Vergeltungsschläge nach vermehrten Angriffen auf US-Streitkräfte und deren Verbündete in Jordanien, Syrien und im Irak. Seit Mitte Oktober gab es mehr als 165 solcher Angriffe. Bei einem Drohnenangriff in Jordanien an der Grenze zu Syrien und zum Irak Ende Januar wurden drei US-Soldaten getötet. Das Weiße Haus macht vom Iran unterstützte Milizen im Irak dafür verantwortlich.

Bei einem der am Mittwoch in Bagdad Getöteten handele es sich um einen Kommandeur, der für die "direkte Planung" von Angriffen auf US-Soldaten verantwortlich gewesen sei, erklärte das für den Nahen Osten zuständige Central Command der US-Streitkräfte. Die USA würden weiterhin die "notwendigen Maßnahmen" ergreifen, um "unsere Leute zu beschützen", hieß es weiter. "Wir werden nicht zögern, all jene zur Verantwortung zu ziehen, die die Sicherheit unserer Streitkräfte gefährden."

Ein Vertreter der Hisbollah-Brigaden bestätigte, dass Abu Bakr al Saadi, der für militärische Angelegenheiten in Syrien zuständig gewesen sei, bei dem Vorfall getötet wurde. Am Donnerstagnachmittag wurde Saadi in Bagdad bestattet.

Die Hisbollah-Brigaden sind eine mit dem pro-iranischen Hasched-al-Schaabi-Netzwerk verbundene Gruppierung. Bei dem Netzwerk handelt es sich um eine vom Iran unterstützte Koalition ehemaliger Paramilitärs, die in Iraks reguläre Armee eingegliedert wurde. Die Hisbollah-Brigaden hatten nach dem tödlichen Angriff in Jordanien erklärt, ihre Angriffe auf US-Streitkräfte auszusetzen.

ma/bfi