"Irma" verhilft auf Jungferninseln mehr als hundert Schwerverbrechern zur Flucht

Der Hurrikan "Irma" hat auf den britischen Jungferninseln mehr als hundert Schwerverbrechern zur Flucht aus einem Gefängnis verholfen. "Das Gefängnis wurde beschädigt, mehr als hundert sehr gefährliche Häftlinge sind geflohen", räumte der Staatsminister im britischen Außenministerium, Alan Duncan, am Dienstag vor dem Parlament in London ein. Der Massenausbruch stelle "eine ernsthafte Gefahr" dar und könne "zu einem vollständigen Zusammenbruch von Recht und Ordnung auf den britischen Jungferninseln" führen.

Duncan führte aus, dass rund um das Gefängnis die Armee im Einsatz sei, um die Sicherheit wiederherzustellen. Wie viele Ausbrecher bislang gefasst wurden, teilte der Staatsminister nicht mit.

Die britische Zeitung "Daily Telegraph" berichtete am Dienstag unter Berufung auf ein Regierungsdokument, etwa 60 Häftlinge seien noch auf der Flucht. Die Behörden bemühten sich nun um die Verlegung von rund 40 Häftlingen, die nach ihrer Flucht auf den Jungferninseln gefasst wurden, auf die Commonwealth-Insel St. Lucia.

"Irma" war in den vergangenen Tagen über die Karibik und den US-Bundesstaat Florida hinweggefegt. In den britischen Überseegebieten in der Karibik kamen durch den Sturm nach neuen Angaben von Duncan neun Menschen ums Leben - fünf auf den Jungferninseln und vier auf Anguilla. Der britische Außenminister Boris Johnson wollte am Dienstag (Ortszeit) die Sturmgebiete besuchen.

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