Namensbedeutungen: Deshalb werden Rosies und Marlenes in China schief angeschaut

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Eine TikTokerin hat in zwei millionenfach geklickten Videos beliebte englische Frauennamen ins Kantonesische übersetzt. Das Ergebnis dürfte den wenigsten Rosies gefallen.

Candise Lin übersetzt englische Frauennamen ins Kantonesische. Damit hat sie Millionen Menschen auf Tiktok unterhalten. Foto: Screenshot / Tiktok / candiselin86
Candise Lin übersetzt englische Frauennamen ins Kantonesische. Damit hat sie Millionen Menschen auf Tiktok unterhalten. Foto: Screenshot / Tiktok / candiselin86

Einig beliebte englische Frauennamen sollten besser nicht ins Kantonesische übersetzt werden. Denn wie die Linguistin Candise Lin in zwei derzeit viralen TikTok-Videos erklärt, stecken dahinter ziemlich obszöne Bedeutungen.

Sprach-Influencerin

Lin wurde laut ihrer Webseite in der chinesischen Stadt Guangzhou geboren, zog aber bereits vor über 20 Jahren in die USA. Sie spricht deshalb Kantonesisch, das ist ihre Muttersprache, lernte in der Schule Mandarin und lebt heute im Alltag englischsprachig.

Diese Mehrsprachigkeit hat sie auch zum Beruf gemacht: Sie promovierte im Jahr 2013 in Erziehungspsychologie und forschte danach zu Spracherwerb und Zweisprachigkeit. Außerdem gibt sie Sprachkurse und hat sich während der Coronavirus-Pandemie zusätzlich auf Social Media, vor allem auf TikTok und Instagram, zur Aufgabe gemacht, „die chinesische Kultur und Sprache zu lehren“. Mit ihren Videos erreicht sie mittlerweile hunderttausende Fans.

„Alte Scheiße“

Die wurden zuletzt darüber aufgeklärt, dass einige englische Frauennamen für Chines*innen ziemlich gewöhnungsbedürftig klingen dürften. Dazu zählen sämtliche Namen, die auf „sie“ oder „sy“ enden.

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Die Silbe klingt dem kantonesischen Wort für „Scheiße“ sehr ähnlich. Einige Namen haben deshalb, aufgrund der vorangegangenen Silbe entsprechende Bedeutungen: Jessie klingt laut Candise Lin wie „Vogelscheiße“. Maisie bedeute „schöne Scheiße“ und Rosie „alte Scheiße“.

Das Video wurde zwischenzeitlich knapp zwei Millionen Mal abgerufen und hat beinahe 10.000 Kommentare gesammelt.

Arme Selene

Ähnlich erfolgreich ist auch ein zweites Video Lins, in dem die Linguistin erklärt, was die englische Namenssilbe „lene“ oder „line“, wie in Marlene, bedeutet: Brüste.

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Marlene klinge demnach für Kantonesisch-Sprechende wie „Pferdebrüste“, Darlene nach „großen Brüsten“ und Selene wie „tote Brüste“. 

Ob das nun so viel besser ist, als Rosie und Jessie?

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