Isländischer Vulkan Fagradalsfjall ausgebrochen

Jeremie RICHARD
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Himmelsleuchten über Island

Nach einer Reihe von Erdbeben ist in rund 40 Kilometern Entfernung von der isländischen Hauptstadt Reykjavik am Freitag der Vulkan Fagradalsfjall ausgebrochen. "Die Eruption in Fagradalsfjall hat begonnen", teilte die isländische Meteorologische Behörde auf Twitter mit. In der Nacht war ein rotes Himmelsleuchten zu beobachten. Die Behörden riefen die Öffentlichkeit auf, sich von dem Gebiet fernzuhalten.

Ein Lavastrom ergoss sich aus einem Bodenriss in Geldingadalur in der Nähe des Berges Fagradalsfjall, wie auf Video-Aufnahmen der Küstenwache zu sehen war. Der Berg Fagradalsfjall liegt auf der Halbinsel Reykjanes nur 40 Kilometer von der Hauptstadt Reykjavik entfernt, unweit des internationalen Flughafens Keflavik und des kleinen Fischereihafens Grindavik. Die Straße von Reykjavik zum Flughafen war am Freitag zeitweise gesperrt.

Da das Gebiet rund um den aktuellen Vulkanausbruch unbewohnt ist, droht für die Bevölkerung nach Behördenangaben jedoch keine unmittelbare Gefahr. Die Lava habe sich nur auf einem Gebiet von weniger als einem Quadratkilometer ausgebreitet, teilte der Wetterdienst IMO mit.

Die Polizei ordnete für Einwohner, die östlich des Vulkanausbruchs leben, an, alle Fenster zu schließen und die Gebäude nicht zu verlassen. Das wurde mit möglichen Schwefeldioxid-Emissionen aus dem Vulkanausbruch begründet, die gesundheitsgefährdend, wenn nicht lebensgefährlich sein könnten.

Das betroffene Vulkansystem Krýsuvík war nach Behördenangaben in den vergangenen 900 Jahren inaktiv. Die Region steht jedoch seit einigen Wochen unter verstärkter Beobachtung, nachdem Ende Februar ein Erdbeben der Stärke 5,7 in der Nähe des Berges Keilir registriert worden war. In der Folge kam es zu einer ganzen Serie kleinerer Erschütterungen. Insgesamt wurden mehr als 50.000 Erdbeben gemessen, die höchste Zahl seit Beginn der digitalen Aufzeichnungen 1991.

Island hat 32 aktive Vulkansysteme, im Schnitt kommt ereignet sich alle fünf Jahre ein Ausbruch. Im April 2010 hatte die Eruption des kleineren Vulkans Eyjafjallajökull einen Monat lang den Flugverkehr in Europa lahmgelegt. Mehr als 100.000 Flüge wurden damals gestrichen, gut zehn Millionen Reisende saßen zum Teil tagelang auf Flughäfen fest.

ao/isd