Islamisten töten 36 Steinbruch-Arbeiter im Norden Kenias

Islamistische Rebellen haben bei einer Attacke auf einen Steinbruch im Norden Kenias mindestens 36 Arbeiter getötet. Die Opfer wurden in der Nacht zum Dienstag von etwa 20 Angreifern mit Kopfschüssen regelrecht hingerichtet und manche von ihnen enthauptet, wie Polizei und Regierungsvertreter erklärten

Islamistische Rebellen haben bei einer Attacke auf einen Steinbruch im Norden Kenias mindestens 36 Arbeiter getötet. Nach Behördenangaben wurden die Opfer in der Nacht zum Dienstag von etwa 20 Angreifern mit Kopfschüssen regelrecht hingerichtet und manche von ihnen enthauptet. Wenige Stunden später mussten Innenminister Joseph Ole Lenku und Bundespolizeichef David Kimaiyo ihren Hut nehmen.

Nach der Attacke nahe der Ortschaft Mandera, die an der Grenze zu Somalia und Äthiopien liegt, bekannte sich die somalische Shebab-Miliz zur Hinrichtung von "fast 40 kenianischen Kreuzzüglern". Medienberichten zufolge wurden die meisten Arbeiter auf den Boden gezwungen, dann wurde ihnen in den Kopf geschossen. Schon vor einer Woche hatten die Milizen in der Nähe Manderas 28 nicht muslimische Businsassen auf diese Weise ermordet.

Die mit dem Terrornetzwerk Al-Kaida verbündete Shebab-Miliz bezeichnete sowohl die Ermordung der Businsassen als auch die der Steinbruch-Arbeiter als Vergeltung für die "Besatzung muslimischer Ländereien und die anhaltenden Gräueltaten" der kenianischen Staatsmacht. Als Beispiele genannt wurden Luftangriffe innerhalb Somalias und Razzien in Moscheen der kenianischen Hafenstadt Mombasa.

Die Shebab-Miliz verübt seit Jahren immer wieder Angriffe in Kenia, um sich für die Beteiligung des Landes an der internationalen Friedenstruppe zu rächen, die in Somalia die schwache Zentralregierung unterstützt. Dank der Unterstützung gelang es der Zentralregierung, die Shebab-Miliz aus der Hauptstadt Mogadischu und anderen großen Städten zu vertreiben.

Am Dienstag kündigten die Islamisten weitere Anschläge auf kenianischem Boden an. "Wir werden unser Land und unser Volk auch weiterhin vor den Aggressoren schützen", erklärte ein Sprecher der Miliz. Dabei werde die Gruppe "unbarmherzig gegen die Ungläubigen" vorgehen.

Der Angriff bei Mandera erfolgte wenige Stunden nach einem anderen Anschlag im Nordosten Kenias. Nach Angaben der Behörden warfen unbekannte Täter am Montagabend Granaten in eine bei Ausländern beliebte Bar der Ortschaft Wajir und eröffneten das Feuer auf das Lokal. Dabei seien ein Mensch getötet und 13 verletzt worden.

Wegen der wiederholten Angriffe im Norden Kenias haben inzwischen mehrere einflussreiche Gewerkschaften ihre Mitglieder aufgerufen, die Region zu verlassen, bis die Regierung wieder ihre Sicherheit gewährleisten könne. Präsident Uhuru Kenyatta zog erste Konsequenzen und setzte seinen Innenminister Joseph Ole Lenku ab. Außerdem sagte Kenyatta in einer Fernsehansprache, er habe nach einem Gespräch mit Bundespolizeichef David Kimaiyo "dessen Rücktrittsgesuch entsprochen". Die beiden Spitzenfunktionäre standen seit Monaten in der Kritik, weil Kenias Sicherheitskräfte mehrere Attentate in dem ostafrikanischen Land nicht verhindert hatten.

Kenyatta drohte den Kämpfern der Shebab-Miliz, die mehr als 700 Menschen in Kenia getötet haben, darunter 500 Zivilisten. Sein Land werde "den Krieg intensivieren" und nicht vor den Extremisten zurückweichen, sagte der Präsident. Denn das Ziel der Miliz sei "die Errichtung eines islamischen Kalifats".