Israel greift Gebäude mit Büros internationaler Medien im Gazastreifen an

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Feuerball über angegriffenem Hochhaus

Die israelische Armee hat beim Beschuss des Gazastreifens am Samstag auch ein von internationalen Medien genutztes Gebäude angegriffen. Das 13-stöckige Hochhaus wurde von mehreren Raketen getroffen und zerstört, wie Journalisten der Nachrichtenagentur AFP berichteten. In dem Gebäude hatten unter anderem die US-Nachrichtenagentur Associated Press (AP) und der katarische Fernsehsender Al-Jazeera ihre Büros. Nach Angaben der israelischen Armee, die den Eigentümer des Hauses vor dem Angriff gewarnt hatte, befanden sich in dem Hochhaus aber auch militärische Anlagen des Geheimdienstes der Hamas.

Die Nachrichtenagentur AP zeigte sich "schockiert und entsetzt" über den Angriff. "Es wurde nur ganz knapp der Verlust menschlichen Lebens verhindert", erklärte sie in Washington. Der Fernsehsender Al-Jazeera wertete den Angriff als ein "Verbrechen" und den Versuch, "Medien zum Schweigen zu bringen". Dies werde aber nicht gelingen, hieß es in einer in Doha veröffentlichten Erklärung.

Der Eigentümer des Gebäudes berichtete der Nachrichtenagentur AFP im Gazastreifen, er sei von Israel gewarnt und zur Räumung des Hochhauses aufgefordert worden. Ein israelischer Geheimdienstoffizier habe ihn kontaktiert und gesagt, es gebe eine Stunde Zeit für die Evakuierung, berichtete Eigentümer Jawad Mehdi. Die Nachrichtenagentur AFP konnte ein Telefonat mithören, in dem Mehdi den Geheimdienstoffizier um etwas mehr Zeit bat, damit die Journalisten ihre Ausrüstung zusammensuchen und mitnehmen könnten, bevor sie das Haus verlassen. "Gebt uns nur zehn Minuten mehr", bat der Eigentümer - der israelische Offizier lehnte ab.

Ein AP-Korrespondent berichtete auf Twitter: "Wir sind die Treppen aus der elften Etage hinuntergerannt." Auch der Fernsehsender Al-Jazeera bestätigte auf Twitter, dass sich seine Büros in dem Gebäude befanden. Er zeigte zugleich Live-Aufnahmen von dem zusammenstürzenden Hochhaus, das in einem riesigen "Pilz" aus Flammen, Trümmern und Staub zusammenbrach. "Es ist schrecklich, sehr traurig, dass Al-Jazeera und andere Medienbüros angegriffen wurden", twitterte der Bürochef des Fernsehsenders im Gazastreifen, Wael al-Dahdouh.

Die israelische Armee begründete den Angriff damit, dass sich in dem Gebäude militärische Anlagen des Militärgeheimdienstes der radikalislamischen Palästinenserorganisation Hamas befunden hätten. "Das Gebäude beherbergte auch Büros von zivilen Medien, hinter denen sich die terroristische Hamas-Gruppe versteckte und die sie als menschliche Schutzschilde benutzte", erklärte die Armee. Die Zivilisten seien im Voraus gewarnt und ihnen sei "genug Zeit zur Evakuierung gelassen" worden.

Trotz internationaler Vermittlungsversuche hält die schwerste Gewalteskalation seit Jahren zwischen Israel und Palästinensern in Nahost seit Tagen an. Die israelische Armee griff seit Montag rund 800 Ziele im Gazastreifen an. Radikale Palästinenser schossen ihrerseits aus dem Gazastreifen mehr als 2000 Raketen auf Israel ab.

jes/cp

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