Israel meldet erneuten Raketenbeschuss aus dem Gazastreifen

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Fischerboote im Gazastreifen

Israels Armee hat am Montagmorgen einen erneuten Beschuss mit fünf Raketen aus dem Gazastreifen gemeldet. Nach Angaben der Armee wurden zwei Geschosse vom Luftabwehrsystem "Iron Dome" abgefangen. Israel reagierte auf die wiederholten Angriffe mit einer Sperrung der Fischfangzone des Palästinensergebiets.

Das Seegebiet sei "vollständig und bis auf weiteres" geschlossen, erklärte die israelische Zivilverwaltung für die besetzten Gebiete (Cogat). "Die Entscheidung wurde als Reaktion auf den anhaltenden Raketenbeschuss aus dem Gazastreifen" getroffen.

Um die Spannungen nach den tagelangen gewaltsamen Zusammenstöße zwischen Israelis und Palästinensern in der Jerusalemer Altstadt zu reduzieren, gab die Polizei am Sonntag einen zuvor abgesperrten Platz wieder frei.

Während mehrere hundert Palästinenser am Sonntagabend am Damaskus-Tor zur Altstadt demonstrierten, ließen Polizeibeamte zu, dass Absperrungen vor der Promenade entfernt wurden, wie ein AFP-Korrespondent berichtete. Der Platz vor dem Damaskus-Tor gilt als traditioneller Treffpunkt für Palästinenser während des heiligen muslimischen Monats Ramadan.

Zuvor hatte es seit Donnerstag drei Abende in Folge gewaltsame Zusammenstöße zwischen Palästinensern und Israelis gegeben. Auslöser war eine Demonstration rechtsextremer Israelis, die unter "Tod den Arabern"-Rufen durch die Altstadt gezogen waren. Die Spannungen zwischen muslimischen Palästinensern und jüdischen Israelis waren durch eine Reihe von Videos angeheizt worden. Sie zeigten, wie junge Araber ultra-orthodoxe Juden angreifen und wie jüdische Extremisten nachts Araber auf der Straße schikanieren.

Wegen der Gewalt hatte der bewaffnete Flügel der radikalislamischen Hamas den Palästinensern in Ost-Jerusalem seine Unterstützung versichert. Aus dem Gazastreifen wurden allein am Freitag 36 Raketen auf Israel abgeschossen - nach Angaben des israelischen Militärs der heftigste Beschuss seit Jahresbeginn.

Israel kontrolliert seit mehr als einem Jahrzehnt die Fischereizone vor der Küste des Gazastreifens. Je nach Ausmaß der Spannungen mit der Hamas verringert oder erweitert Israel die Größe des Gebiets. Im September war das Fanggebiet nach einer gegenseitigen Vereinbarung auf 15 Seemeilen erweitert worden.

gap/fwe