Israelische Armee reißt palästinensisches Beduinendorf im Westjordanland ab

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Beduinen mit den Überresten ihrer Unterkünfte
Beduinen mit den Überresten ihrer Unterkünfte

Die israelische Armee hat ein palästinensisches Beduinendorf im besetzten Westjordanland komplett abgerissen. Homsa al-Bakia im Jordantal sei "vollständig zerstört und rund 80 Menschen obdachlos gemacht" worden, erklärte der palästinensische Ministerpräsident Mohammed Schtajjeh am Mittwoch. Mit Bulldozern riss die Armee am Dienstagabend Zelte, Schuppen, tragbare Toiletten und Solarpanels nieder, wie ein AFP-Fotograf vor Ort berichtete. 

Die israelische Armee erklärte, sie sei gegen "illegal errichtete" Unterkünfte auf militärischem Übungsgebiet vorgegangen. Das Vorgehen Israels im besetzten Westjordanland richtet sich selten gegen ganze Gemeinden, meist geht es dabei nur um einzelne Gebäude.

Einer der Betroffenen, Abdelghani Awada, berichtete, die israelischen Einsatzkräfte hätten den Menschen nur zehn Minuten Zeit gegeben, um ihre Unterkünfte zu verlassen. "Dann haben sie mit der Räumung begonnen."

Israel besetzt das Westjordanland seit 1967. In dem Gebiet leben etwa 2,8 Millionen Palästinenser sowie rund 450.000 Israelis in Siedlungen, deren Bau nach Einschätzung großer Teile der internationalen Gemeinschaft völkerrechtswidrig ist. Das Jordantal macht etwa 30 Prozent der Fläche des Westjordanlands aus.

noe/isd