Israelische Armee: Soldaten dringen ins Zentrum von Rafah vor

Die israelische Armee ist nach eigenen Angaben ins Zentrum der Stadt Rafah im Süden des Gazastreifens vorgedrungen. Ihre Soldaten seien "im Zentrum von Rafah" im Einsatz, erklärte die Armee. (-)
Die israelische Armee ist nach eigenen Angaben ins Zentrum der Stadt Rafah im Süden des Gazastreifens vorgedrungen. Ihre Soldaten seien "im Zentrum von Rafah" im Einsatz, erklärte die Armee. (-)

Die israelische Armee ist nach eigenen Angaben ins Zentrum der Stadt Rafah im Süden des Gazastreifens vorgedrungen. Ihre Soldaten seien "im Zentrum von Rafah" im Einsatz, erklärte die Armee am Freitag. Dort hätten sie Raketenwerfer und Tunnelschächte entdeckt und ein Waffenlager der radikalislamischen Hamas ausgehoben. Augenzeugen gaben gegenüber der Nachrichtenagentur AFP an, israelische Truppen unter anderem an einem Kreisverkehr sowie an einer Kreuzung in der Innenstadt gesehen zu haben. Zudem habe es in der Gegend um Rafah Luftangriffe gegeben.

Hinsichtlich ihres Vorgehens im Zentrum des Gazastreifens erklärte die Armee weiter, sie habe ihre Einsätze "intensiviert" und Luftangriffe ausgeführt. Dabei seien "mehrere Terroristen eliminiert" worden, die nahe israelischer Truppen operiert hätten. Weitere Einzelheiten verlauteten zunächst nicht. Am Donnerstag hatten die Streitkräfte erklärt, seit dem Beginn ihrer Militäroffensive in Rafah Anfang Mai rund 300 militante Hamas-Mitglieder getötet zu haben.

Ungeachtet internationaler Kritik hatte Israel am 7. Mai eine Offensive in Rafah begonnen, wo seit Beginn des Krieges hunderttausende palästinensische Zivilisten Zuflucht gesucht hatten. Vor der Offensive hielten sich laut UNO 1,4 Millionen Flüchtlinge in Rafah auf. Inzwischen haben laut dem UN-Palästinenserhilfswerk UNRWA eine Million Menschen die Stadt wieder verlassen.

Der Krieg zwischen Israel und der von den USA und der EU als Terrororganisation eingestuften Hamas dauert seit mehr als sieben Monaten an. Hamas-Kämpfer hatten am 7. Oktober einen Großangriff auf Israel verübt und dabei israelischen Angaben zufolge 1189 Menschen getötet. Zudem wurden 252 Menschen als Geiseln in den Gazastreifen verschleppt. 121 von ihnen sind nach israelischen Angaben weiter in der Gewalt der Hamas.

Als Reaktion auf den beispiellosen Überfall geht Israel seither massiv militärisch im Gazastreifen vor. Nach jüngsten Angaben des von der Hamas kontrollierten Gesundheitsministeriums, die sich nicht unabhängig überprüfen lassen, wurden dabei bislang mehr als 36.200 Menschen getötet.

Mit Blick auf die Fortführung von Verhandlungen zu einer Feuerpause und der Geisel-Freilassung im Gazastreifen hat die Hamas derweil ihre Haltung verschärft. So lange Israel die Kämpfe im Gazastreifen nicht einstelle, sei sie nicht zu Verhandlungen bereit. Hamas-Chef Ismail Hanija bekräftigte am Freitag, dass die Kernforderungen der Islamisten – ein dauerhafter Waffenstillstand und ein vollständiger Rückzug Israels – "nicht verhandelbar" seien.

Israel hatte vergangene Woche grünes Licht für die Fortsetzung von Verhandlungen mit der Hamas über eine Waffenruhe im Gazastreifen und die Freilassung der Geiseln gegeben. Seit Monaten bemühen sich die Vermittler Ägypten, Katar und die USA um eine solche Einigung, bislang allerdings erfolglos.

kas/bfi