Israelische Armee zerstört zwei Häuser von Palästinensern wegen Tötungsvorwürfen

Die israelische Armee hat im Westjordanland die Häuser zweier Palästinenser abgerissen, denen sie die Tötung eines jüdischen Siedlers vorwirft. Die in der Ortschaft Karawat Bani Hassan im nördlichen Westjordanland gelegenen Häuser seien am Dienstag zerstört worden, nachdem der oberste Gerichtshof Israels eine Beschwerde der "Familien der Terroristen" zurückgewiesen habe, erklärte die Armee. AFP-Reporter sahen, wie eines der Häuser mit Sprengstoff, das andere mit Planierraupen zerstört wurde.

Nach Angaben der Armee gab es während der Abrissarbeiten gewalttätige Auseinandersetzungen. "Hunderte Palästinenser" hätten Steine, Molotow-Cocktails und brennende Reifen auf die Soldaten geworfen. Die Einsatzkräfte hätten mit "Mitteln zur Auflösung von Aufständen" reagiert.

Den Palästinensern, deren Häuser die Armee nun zerstört hat, wird die Tötung eines Wachmanns am Eingang der im Westjordanland gelegenen jüdischen Siedlung Ariel Ende April vorgeworfen. Die mutmaßlichen Täter waren am Tag nach dem Angriff festgenommen worden und sind derzeit in israelischer Haft. Das Gerichtsverfahren gegen sie vor einem israelischen Militärgericht hat noch nicht begonnen.

Der Ort Ariel ist eine der größten jüdischen Siedlungen im Westjordanland. Derzeit leben insgesamt rund 475.000 jüdische Siedler in dem seit 1967 besetzten Gebiet. Die jüdischen Siedlungen dort werden von einem großen Teil der internationalen Gemeinschaft als völkerrechtswidrig betrachtet.

Menschenrechtsaktivisten sehen in der israelischen Praxis, die Wohnungen von Beschuldigten zu zerstören, eine Form der Kollektivbestrafung, die Zivilisten, darunter Kinder, obdachlos mache. Israel sieht darin hingegen eine Strategie, die zumindest manche Palästinenser von Angriffen abhalte.

se/ju

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