Israelischer Gesundheitsminister positiv auf Coronavirus getestet

Netanjahu und Litzman (links) am 9. März

Der israelische Gesundheitsminister Yaakov Litzman ist positiv auf das neuartige Coronavirus getestet worden. Der 71-Jährige und seine ebenfalls mit dem Virus infizierte Frau würden medizinisch behandelt, unter Quarantäne gestellt und beobachtet, erklärte das Gesundheitsministerium am Donnerstag. Wegen seiner Kontakte zu Litzman begab sich Ministerpräsident Benjamin Netanjahu ein weiteres Mal vorsorglich in Quarantäne, wie sein Büro mitteilte.

Zudem müssen weitere hochrangige Beamte des Gesundheitsministeriums in die Isolation. Israelische Medien berichteten, dass der Chef des Geheimdienstes Mossad, Yossi Cohen, wegen Kontakten zu Litzman womöglich unter Quarantäne gestellt wird.

Netanjahu hatte erst am Mittwochabend eine Anfang der Woche vorsorglich verhängte Quarantäne beendet, nachdem eine Mitarbeiterin positiv auf das neuartige Coronavirus getestet worden war.

Litzman ist ein führendes Mitglied der ultra-orthodoxen jüdischen Gemeinde, die besonders stark von der Ausbreitung des Erregers Sars-CoV-2 in Israel betroffen ist. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums sind ultra-orthodoxe Gegenden zu Zentren des Virusausbruchs geworden, nachdem führende Rabbiner die staatlichen Anordnungen zur Schließung von Bildungseinrichtungen und zur Einschränkung des Synagogenbesuchs zunächst ignoriert und sich teilweise dagegen ausgesprochen hatten.

In Israel haben sich bislang nach Angaben der Johns-Hopkins-Universität mehr als 6200 Menschen mit dem Virus angesteckt, 33 Menschen starben.