IStGH: Gesuchter Gaddafi-Sohn hält sich weiter in Libyen auf

IStGH-Anklägerin Bensouda

Ein vom Internationalen Strafgerichtshof (IStGH) wegen des Vorwurfs von Kriegsverbrechen gesuchter Sohn des früheren libyschen Machthabers Muammar al-Gaddafi hält sich nach Angaben von Anklägerin Fatou Bensouda weiterhin in Libyen auf. Es gebe "gesicherte Informationen", wonach Seif al-Islam al-Gaddafi sich in der Stadt Sintan aufhalte, sagte die Anklägerin am Mittwoch im UN-Sicherheitsrat. Der ebenfalls vom IStGH gesuchte frühere libysche Geheimdienstchef Al-Tuhamy Mohammed Chaled halte sich demnach in Kairo versteckt.

Ein weiterer Gesuchter, der Machmud al-Werfalli, sei Kommandeur in der Truppe des abtrünnigen libyschen Generals Chalifa Haftar, sagte Bensouda. Sie forderte die sofortige Festnahme und Auslieferung der flüchtigen mutmaßlichen Straftäter an das Gericht. Den drei Gesuchten werden Kriegsverbrechen vorgeworfen, darunter Mord, Folter, Misshandlungen und Erniedrigung.

In Libyen herrscht seit dem Sturz und gewaltsamen Tod des langjährigen Machthabers Muammar al-Gaddafi 2011 Chaos. Die international anerkannte Regierung in Tripolis ist schwach und hat weite Teile des Landes nicht unter Kontrolle. Haftar unterstützt eine Gegenregierung im Osten Libyens.