Italien verhängt striktere Corona-Maßnahmen und nächtliche Ausgangssperre

Joseph BOYLE
·Lesedauer: 2 Min.
Nächtliche Straßenszene in Rom
Nächtliche Straßenszene in Rom

Wegen der Corona-Pandemie hat Italien eine landesweite nächtliche Ausgangssperre und weitere Einschränkungen verhängt. Regierungschef Giuseppe Conte unterzeichnete in der Nacht zum Mittwoch ein entsprechendes Dekret. Ab Donnerstag müssen die Italiener zwischen 22.00 Uhr und 05.00 Uhr zu Hause bleiben. Medienberichten zufolge werden die Regionen in drei Risikostufen unterteilt - je nach Stufe sollen unterschiedlich strikte Maßnahmen gelten. Auch derlande und Portugal verschärfen ihre Corona-Auflagen angesichts steigender Infektionszahlen.

Die Einschränkungen in Italien gelten zunächst bis zum 3. Dezember. Zu den Auflagen zählt eine Halbierung der Plätze in den öffentlichen Verkehrsmitteln, die Schließung von Einkaufszentren an Wochenenden und die Schließung von Museen. Schüler an weiterführenden Schulen sollen Fernunterricht bekommen.

Über die Risiko-Einstufung der Regionen soll Medienberichten zufolge das Gesundheitsministerium entscheiden. Auf der Grundlage von rund 20 Faktoren wie beispielsweise der Belegungsrate von Betten in den Intensivstationen sollen die Regionen nach den Ampelfarben grün, orange und rot eingestuft werden. 

Im Oktober hatte die italienische Regierung bereits in einigen Regionen Ausgangssperren und eine nächtliche Sperrstunde für Bars und Restaurants ab 18.00 Uhr verhängt. Zuletzt hatte es in mehreren Städten Proteste gegen diese Maßnahmen gegeben. Am Rande von Demonstrationen kam es zu Ausschreitungen. 

Italien war zu Beginn der Corona-Krise besonders hart von dem Virus betroffen. Zuletzt registrierten die Gesundheitsbehörden fast 30.000 Neuinfektionen mit dem Coronavirus binnen 24 Stunden.

England bereitete sich am Mittwoch auf ähnliche Einschränkungen vor. Bis zum 2. Dezember müssen alle Geschäfte schließen, die nicht der Grundversorgung dienen. Restaurants, Pubs und Cafés dürfen ab Mittwochabend nur noch Essen und Getränke zum Mitnehmen anbieten. Die Schulen bleiben aber geöffnet.

Das Land hat mit mehr als 46.500 Todesfällen die höchste Zahl an Corona-Toten in Europa zu beklagen. Experten warnen schon seit Wochen vor neuen Höchstständen bei Infektionen und Todesfällen.

In Portugal gilt seit Mittwoch für weite Teile des Landes ein Teil-Lockdown. Die Maßnahmen betreffen rund 70 Prozent der rund zehn Millionen Einwohner und sind zunächst zwei Wochen lang in Kraft. Arbeitnehmer müssen nach Möglichkeit im Homeoffice arbeiten. Schulen, Geschäfte und Restaurants bleiben jedoch geöffnet. 

Auch die Niederlande verschärften angesichts eines Anstiegs an Neuinfektionen ihre Beschränkungen. Für zwei Wochen bleiben Museen, Kinos, Zoos und Sexclubs geschlossen. Um die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen, hatte die Regierung von Ministerpräsident Mark Rutte Mitte Oktober bereits einen Teil-Lockdown verhängt: Bars, Restaurants und Coffeeshops mussten für rund vier Wochen schließen.

Die Regierung riet außerdem von Auslandsreisen bis Mitte Januar ab. "Dies ist eine schwierige Botschaft, aber es gibt keinen anderen Weg", sagte Rutte. Es müsse dafür gesorgt werden, dass die Zahl der Neuinfektionen schneller als bisher gesenkt werde.

gap/gt