Italiener muss Trauminsel verlassen: Das Ende des Eremiten-Lebens

Moritz Piehler
·Freier Autor
·Lesedauer: 2 Min.

Seit 32 Jahren lebt Mauro Morandi auf einer wunderschönen Insel vor Sardinien. Nach unzähligen Auseinandersetzungen mit der Nationalparkverwaltung muss der 81-Jährige seine Heimat verlassen.

Der Strand von Spiaggia Rosa auf der Insel Budelli, die der Einsiedler nun verlassen muss. (Bild: Luca Picciau/REDA&CO/Universal Images Group via Getty Images)
Der Strand von Spiaggia Rosa auf der Insel Budelli, die der Einsiedler nun verlassen muss. (Bild: Luca Picciau/REDA&CO/Universal Images Group via Getty Images)

Auf Instagram kann man das Inselleben des Italieners Mauro Morandi seit einiger Zeit verfolgen. Er hält die Landschaft auf der Insel Budelli fest, die Sonnenuntergänge über dem Mittelmeer und die Begegnungen mit kleinen tierischen Inselbewohnern. Es wirkt wie ein paradiesisches Leben. Doch damit ist nun Schluss. Der Aussteiger muss die Insel nach über 30 Jahren endgültig verlassen.

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Nachdem ihm die italienischen Behörden schon mehrfach mit einer Räumung gedroht hatten, lenkt Morandi nun ein und verlässt "seine" Insel. Die Behörde dringen auf eine Räumung, weil auf der Insel künftig ein Ausbildungszentrum für Umweltthemen entstehen soll. Das heißt auch, dass für Morandi und seinen Traum von einem selbstbestimmten Leben in der Natur dann kein Platz mehr ist. Er sei sehr traurig, sagte er der italienischen Zeitung Corriere della Serra.

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Flucht vor der Gesellschaft

Im Jahr 1989 hatte sich Morandi auf den Weg mit vier weiteren Aussteigern in Richtung Pazifik gemacht. Doch weit kam er nicht. Er verliebte sich in die Insel Budelli etwas nördlich von Sardinien und blieb einfach. Er habe der Gesellschaft entkommen wollen, erinnert sich Morandi. Als Inselhüter lebte der ehemalige Sportlehrer fortan meistens in Einsamkeit auf der Mittelmeerinsel, denn seine Freundin und die drei Freunde, die mit ihm aufgebrochen waren, zogen weiter. Über seine Zeit auf der Insel hat Morandi sogar ein Buch geschrieben.

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Nun soll dieses Leben zu Ende gehen, denn seit einigen Jahren ist die Insel Teil des Nationalparks der Inselgruppe La Maddalena. Dessen Verwalter will Morandi loswerden. Die offizielle Begründung ist die "illegale Bebauung", Morandis selbstgebaute Hütte, in der er seit 32 Jahren lebt. Ende April wird er seine Heimat verlassen und auf das Festland zurückkehren. Immerhin muss er sich nicht alleine auf das neue Leben umstellen, denn im Internet hat der 81-Jährige eine Frau kennen gelernt und sich noch einmal verliebt. Es ist also in doppelter Hinsicht ein Ende des Eremiten-Daseins.

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