Italienischer Journalist aus türkischer Haft entlassen

Italienischer Journalist aus türkischer Haft entlassen

Zwei Wochen nach seiner Festnahme in der Türkei ist ein italienischer Journalist wieder auf freiem Fuß.

Gabriele Del Grande wurde am Montag aus türkischem Gewahrsam entlassen und direkt in seine Heimat geflogen. Ihm sei zwar kein Haar gekrümmt worden, sagte Del Grande nach seiner Ankunft auf dem Flughafen von Bologna. Er sei jedoch „das Opfer institutioneller Gewalt“ gewesen. „Und ich glaube, dass das, was mir passiert ist, illegal war.“

Del Grande schreibt den Blog „Fortress Europe“ (Festung Europa), in dem es vor allem darum geht, wie Migranten versuchen, nach Europa zu gelangen. Am 9. April wurde er in der Nähe der türkisch-syrischen Grenze festgenommen, als er für ein Buch recherchierte. Der Fall hat die türkisch-italienischen Beziehungen belastet. Italiens Außenminister Angelino Alfano hatte sich direkt für eine Freilassung seines Landsmanns eingesetzt.

Der im Februar festgenommene deutsch-türkische Journalist Deniz Yücel sitzt weiter in Untersuchungshaft. Die Regierung in Ankara wirft ihm Terrorpropaganda vor, was der Reporter zurückweist. Nach Angaben des Komitees zum Schutz von Journalisten wurden im vergangenen Jahr mindestens 81 Journalisten in der Türkei ins Gefängnis gesteckt, viele davon nach dem gescheiterten Militärputsch im Juli.

Der Sprecher des Auswärtigen Amtes, Martin Schäfer sagte, die Bundesregierung freue sich über die Freilassung Del Grandes. Bei der ihm zur Last gelegten illegalen Einreise in die Türkei aus Syrien handele es sich jedoch um einen ganz anderen Vorwurf als gegen Yücel. „Deshalb fürchte ich, dass es da keine Querverbindung gibt, die eine Lösung des Falles Yücel leichter machen würde“, sagte Schäfer. Die Bundesregierung arbeite täglich daran, dauerhaft Zugang zu Yücel zu bekommen. Die türkische Regierung schütze aber die Unabhängigkeit der Justiz vor, obwohl es sich beim konsularischen Zugang um eine administrativ-politische Entscheidung handele.

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