Italienischer Polizei gelingt großer Schlag gegen Mafia-Organisation 'Ndrangheta

An den Razzien beteiligten sich rund 2500 Polizisten

In Italien ist der Polizei ein großer Schlag gegen die kalabrische Mafia-Organisation 'Ndrangheta gelungen. Wie die Polizei am Donnerstag mitteilte, wurden bei großangelegten Razzien 334 Verdächtige festgenommen, darunter Anwälte, Buchhalter, ein ehemaliger Abgeordneter der Partei von Ex-Regierungschef Silvio Berlusconi und der Vorsitzende der Bürgermeistervereinigung von Kalabrien.

Es handele sich um die größte Razzia seit dem Maxi-Prozess von Palermo, erklärte der Staatsanwalt von Catanzaro in Kalabrien, Nicola Gratteri, der als Galionsfigur im Kampf gegen das organisierte Verbrechen gilt. Bei dem Prozess waren in den 80er Jahren 475 Angeklagte vor Gericht gestellt worden.

Im Visier der Ermittler sind im aktuellen Fall 416 Verdächtige. Zwei Clans im kalabrischen Vibo Valentia seien durch die Ermittlungen in die Knie gezwungen worden, hieß es. Zudem wurden Güter im Wert von 15 Millionen Euro beschlagnahmt. Den Verdächtigen drohen nun Strafverfahren unter anderem wegen Bildung krimineller Vereinigungen, Totschlags, Erpressung, Wuchers und Geldwäsche.

An der Razzia beteiligt waren rund 2500 italienische Polizisten. Vorausgegangen waren jahrelange Ermittlungen, die sich nicht nur gegen die 'Ndrangheta in Vibo Valentia, sondern auch in anderen Teilen Italiens richteten. Auf Grundlage von europäischen Haftbefehlen gab es im Zuge der Razzien auch Festnahmen in Deutschland, der Schweiz und Belgien.