Italiens Regierungschef lobt Rettung von Flüchtlingen im Mittelmeer

Flüchtlinge auf dem Mittelmeer

Angesichts der Debatte in Italien über eine angebliche Zusammenarbeit von Hilfsorganisationen mit libyschen Schleppern hat Ministerpräsident Paolo Gentiloni die Rettungsaktionen für Flüchtlinge im Mittelmeer gelobt. "Ich danke den Freiwilligen, der Küstenwache und der Marine dafür, dass sie jeden Tag Leben retten", sagte der Regierungschef am Donnerstag im Parlament in Rom. "Wir sind stolz auf sie."

Im April hatte der sizilianische Staatsanwalt Carmelo Zuccaro mit der Äußerung für Wirbel gesorgt, er verfüge über "Beweise", wonach mehrere Hilfsorganisationen mit libyschen Schleppern zusammenarbeiten. In der vergangenen Woche sagte Italiens Außenminister Angelino Alfano, er stimme Zuccaro zu "100 Prozent" zu. Mit Rückendeckung Alfanos, der einwanderungsfeindlichen Lega Nord und der populistischen Fünf-Sterne-Bewegung sprach sich Zuccaro für eine Überwachung von Satellitentelefonverbindungen und von NGO-Schiffen durch die italienische Marine aus.

Ein weiterer sizilianischer Staatsanwalt, Francesco Paolo Giordano, sagte ein vor einem Parlamentsausschuss, er habe bei Befragungen "hunderter Menschen" keinerlei Hinweise auf Verbindungen zwischen Hilfsorganisationen und Schleppern entdeckt. Küstenwachen-Kommandant Vincenzo Melone sagte vor dem Ausschuss, die Hilfsorganisationen arbeiteten in Abstimmung mit den Behörden.

Zwischen 2013 und 2016 hatten 550.000 Flüchtlinge in oft kaum seetüchtigen Booten über das Mittelmeer Italien erreicht. Seit Jahresbeginn waren es 37.000. Am Donnerstag wurden der italienischen Küstenwache und der Hilfsorganisation Moas zufolge 591 Flüchtlinge vor der libyschen Küste gerettet.

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