IW: Fast 40 Prozent der Firmen gehen 2023 von Rückgang der Geschäfte aus

Fast 40 Prozent der deutschen Firmen gehen wegen der angespannten wirtschaftlichen Lage in diesem Jahr von einem Rückgang ihrer Geschäftstätigkeit aus. Die verschlechterten Produktionserwartungen seien dabei "in allen Wirtschaftsräumen nahezu gleichermaßen zu beobachten", erklärte das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) am Montag. Die Konjunkturumfrage des Instituts stammt von November, befragt wurden 2549 Firmen aus Industrie, Baugewerbe und dem Dienstleistungssektor.

Die Geschäftserwartungen fielen "erheblich schlechter" aus als die Perspektiven vor einem Jahr. Gut ein Viertel der Firmen erwartet eine höhere Produktion als 2022, 39 Prozent gehen von einem Rückgang aus, 35 Prozent halten eine Stagnation für wahrscheinlich. Gründe für den Pessimismus sind vor allem die hohen Energiekosten und gestörte Lieferketten, die sich durch die aktuelle Corona-Lage in China verschärfen könnten.

Dramatisch ist die Lage laut IW unter anderem in der Bauwirtschaft, dort werde eine "ernste Rezession" erwartet. Laut der Umfrage rechnen dort nur 15 Prozent der Firmen 2023 mit einem Zuwachs, 54 Prozent erwarten einen Rückgang ihrer Produktion, knapp ein Drittel rechnet mit Stagnation.

In der Industrie übersteigt die Zahl der pessimistisch gestimmten Firmen mit 39 Prozent ebenfalls deutlich die der optimistischen (knapp 28 Prozent). Im Dienstleistungssektor halten sich die Betriebe mit positiven (29 Prozent) und negativen (32 Prozent) Erwartungen ungefähr die Waage. Der Handel erwartet ein schlechtes Jahr, IT und Medien dagegen rechnen mit vielen Aufträgen.

Die bei der Umfrage im Sommer 2022 noch herausgestellten deutlichen regionalen Unterschiede gingen zurück - nun blicken laut IW die Firmen "in allen Teilen Deutschlands" pessimistisch auf ihre Geschäftsaussichten. In Sachsen und Thüringen rechnen nur noch 17 Prozent der Betriebe mit einem guten Jahr, die beste Stimmung herrscht noch in Bayern.

Die unsichere Energieversorgung treffe nun "alle Teile des Landes gleichermaßen", erklärte IW-Konjunkturforscher Michael Grömling. Das sei keine gute Nachricht für das neue Jahr. "Deutschland steht vor einer neuen Rezession."

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