IWF-Briefbombe in Griechenland abgeschickt

Marleen Stollen
Christine Lagard IWF Frankreich

Heute explodierte eine Briefbombe in der Pariser Niederlassung des Internationalen Währungsfonds IWF. Eine Sekretärin wurde dabei leicht im Gesicht verletzt. 

Griechenlands Bürgerschutzminister Nikos Toskas sagte gegenüber dem griechischen Fernsehsender ANT1, der Brief sein in Griechenland aufgegeben worden. Laut Bild erklärte er, der angebliche Absender sei Vassilis Kikilias, der Sprecher der konservativen griechischen Oppositionspartei Nea Dimokratia.

Tsokas verdächtige die Extremistengruppe „Verschwörung der Feuerzellen“, hinter dem Anschlag zu stehen. Diese hatte sich heute bereits als Absender der Briefbombe an das Bundesfinanzministerium in Berlin zu erkennen gegeben„Wir sind immer noch zornig“, heißt es in dem Bekennerschreiben. „Nichts ist vorüber, alles geht weiter.“ Das lässt vermuten, dass weitere Anschläge geplant sind. Die Gruppe spricht von ihrem „Nemesis-Plan“.  

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Der Internationale Währungsfonds und Deutschland sind in Griechenland gleichermaßen unbeliebt, da sie dem Land im Gegenzug für Kredite ein striktes Spar- und Reformprogramms auferlegt haben. 

Bild zitiert IWF-Chefin Christine Lagarde mit den Worten: „Ich verurteile diesen feigen Gewaltakt und bestätige die Entschlossenheit des IWF, unsere Arbeit in Übereinstimmung mit unserem Mandat fortzusetzen.“

Schon 2010 hatte die „Verschwörung der Feuerzellen“ sich zur Absendung von insgesamt 14 Paketbomben an ausländische Botschaften und hochrangige Politiker bekannt. Seit dem Ausbruch der Wirtschaftskrise 2009 sollen die Mitglieder 150 Straftaten begangen haben.

 

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