IWF: Schweden droht wegen Flüchtlingen Anstieg der Arbeitslosigkeit

Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat angesichts der hohen Flüchtlingszahlen in Schweden vor einem Anstieg der Arbeitslosigkeit in dem Land gewarnt. Die Arbeitslosenquote könnte von derzeit 7,2 Prozent "auf etwa 8,5 Prozent im Jahr 2020 steigen" und erst nach einigen Jahren wieder sinken, teilte der IWF am Mittwoch mit. Die Integration der Neuankömmlinge dauere zu lange: Nach derzeitigem Stand habe nach fünf Jahren in Schweden erst die Hälfte der Flüchtlinge (48 Prozent) einen Job gefunden. Nach zehn Jahren liege die Quote bei 60 Prozent.

Der Anteil der Flüchtlinge ohne weiterführende Schulbildung sei in den vergangenen Jahren von 17 auf 28 Prozent angestiegen. Zur besseren Integration der Flüchtlinge seien schnellere Asylverfahren sowie Bewertungen der Ausbildung und Kompetenzen nötig, erklärte der IWF. Der Währungsfonds forderte außerdem geringere Hürden zur Einstellung Geringqualifizierter.

In ihrem Bericht wiesen die IWF-Experten aber auch auf die positiven Einflüsse der Einwanderung hin: Auf lange Sicht werde die Aufnahme von Flüchtlingen dazu beitragen, den Anteil der Bevölkerung im arbeitsfähigen Alter zu erhöhen.

Schweden nimmt im Verhältnis zur Bevölkerungszahl EU-weit die meisten Flüchtlinge auf. In diesem Jahr kamen bereits 150.000 Flüchtlinge in dem skandinavischen Land an. Ein Teil von ihnen soll auf andere EU-Staaten verteilt werden. Stockholm will dazu den Umsiedlungsmechanismus der EU nutzen.