James-Bond-Stuntman Rémy Julienne stirbt mit 90 an Corona

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"Einstein der Stuntmen": Rémy Julienne

Er überlebte zahlreiche Autounfälle und einen abenteuerlichen Freiluft-Flug über Venedig, doch gegen das Coronavirus war Stuntman Rémy Julienne machtlos: Der Franzose, der an mehreren James-Bond-Filmen mitwirkte und als einer der führenden Stuntmen weltweit galt, starb im Alter von 90 Jahren in seiner zentralfranzösischen Heimatstadt Montargis an den Folgen einer Coronainfektion, wie seine Familie mitteilte.

Weil Julienne mit fast wissenschaftlicher Präzision an seine Arbeit ging, nannte ihn der französische Regisseur Claude Lelouche einmal "den Einstein der Stuntmen". Er doubelte Schauspiel-Legenden wie Sean Connery, Roger Moore, Alain Delon und Jean-Paul Belmondo.

Im Laufe seiner mehr als 50-jährigen Karriere kam Julienne auf rund 1400 Auftritte in Filmen, Videos und Werbeaufnahmen. Er koordinierte auch die Stunts in sechs James-Bond-Filmen, darunter "In tödlicher Mission" von 1981.

Der im April 1930 geborene Franzose wurde zuerst Motocross-Champion, bevor er 1964 erstmals in der französisch-italienischen Krimikomödie "Fantomas" an einem waghalsigen Motorrad-Dreh teilnehmen durfte. "Das war der Beginn eines großen Abenteuers", sagte er dazu später.

Sein wohl spektakulärster Stunt war ein Flug über Venedig, bei dem er von einer Strickleiter aus einem Hubschrauber hing. "Angst ist vorher und nachher notwendig, aber nicht währenddessen", sagte er dazu.

Tiefpunkt seiner Karriere war eine Verurteilung zu 18 Monaten Haft auf Bewährung, die später auf sechs Monate reduziert wurde. Grund war der Tod eines Kameramanns bei einem missglückten Autostunt für den Film "Taxi Taxi" 1999. Der Familie des Mannes musste Julienne zudem Schadenersatz zahlen.

lob/ans