Jannik Schümann: Homosexuelle Fußballer sollten sich outen

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Vor einem Jahr hat sich der deutsche Filmstar Jannik Schümann ('Dem Horizont so nah') auf Instagram als homosexuell geoutet. Obwohl er damals befürchtet hatte, dass sich sein Outing negativ auf seine Karriere auswirken könnte, hielt er nicht mit der Wahrheit zurück.

Die Wahrheit musste um jeden Preis raus

Im Titelinterview der 250. Ausgabe von 'DB MOBIL' sprach Jannik nun über diesen großen Schritt in seinem Leben. "Das war kurz vor dem Post ein Gedanke. Weil es damals keine Vorreiter*innen gab und ich nicht wusste, was passieren wird", erinnert er sich. Doch ihm sei auch klar gewesen: "Wenn ich deshalb nicht besetzt werde, möchte ich auch gar nicht mit den betreffenden Leuten zusammenarbeiten. Aber es ist nie passiert. Und es soll nicht arrogant klingen, doch die Leute haben ja gesehen, dass ich einen heterosexuellen Liebhaber spielen kann."

Jannik Schümann hofft, dass auch der Fußball nachzieht

Kurze Zeit später kam es zu dem Manifest #actout in der Süddeutschen Zeitung, in dem sich 185 deutsche Schauspieler*innen outeten. Doch das ist Jannik nicht genug: Er hofft, dass der Bewegung auch andere Branchen folgen, vor allem der Fußball. Dass der Sport überhaupt nicht im LGBTQI+-Bereich vertreten sei, mache ihn sehr wütend. "Da hilft es auch nicht, eine Regenbogenflagge in die Hand zu nehmen und zu sagen: 'Wir stehen dazu.' Eigentlich müssten sich alle outen. Stellen Sie sich vor, es würde eine #actout-Bewegung für den Fußball geben: 185 deutsche Spieler*innen würden sich zusammentun und öffentlich als queer bezeichnen. Das wäre mein Traum." 

Für ihn ist es keine Frage, dass er seine Homosexualität auch als Fußballer öffentlich machen würde. "Ja, wenn ich aktiver Spieler wäre, würde ich mich outen - oder mir einen anderen Beruf suchen. Ich würde nicht in einer Branche arbeiten wollen, in der ich nicht akzeptiert werde, wie ich bin. Zu verheimlichen, wer ich wirklich bin, wäre für mich keine Option", versicherte Jannik Schümann.

Bild: FrankHoermann/SVEN SIMON/picture-alliance/Cover Images

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