Japan richtet zwei verurteilte Mörder hin

In Japan sind zum ersten Mal in diesem Jahr zwei verurteilte Mörder hingerichtet worden. Die beiden Männer wurden am Freitag gehenkt, wie das Justizministerium in Tokio mitteilte. Justizminister Takashi Yamashita sagte, er habe die Vollstreckung der Todesurteile nach "sehr sorgfältiger Abwägung" angeordnet. Die beiden Männer hätten "äußerst brutale" Morde begangen und "aus egoistischen Gründen" unschuldige Menschen getötet.

Der 64-jährige Koichi Shoji wurde Medienberichten zufolge zum Tode verteilt, weil er 2001 zwei Frauen getötet und ihnen Geld gestohlen hatte. Der 50-jährige Yasunori Suzuki hatte 2004 drei Frauen getötet und sie bestohlen.

Japan ist neben den USA das einzige große Industrieland, das noch die Todesstrafe vollstreckt. Derzeit sitzen mehr als hundert Häftlinge im Todestrakt. Gegner der Todesstrafe kritisieren, dass Todeskandidaten in Japan oft jahrelang in Einzelhaft auf ihre Hinrichtung warten, deren Zeitpunkt ihnen dann nur wenige Stunden vorher angekündigt wird. Menschenrechtsorganisationen kritisieren die Praxis scharf - bei der Bevölkerung stößt sie aber auf Zustimmung.

Im vergangenen Jahr hatte Japan 15 Todesurteile vollstreckt. Das war die höchste Zahl seit 2008. Unter den 15 Hingerichteten 2018 waren 13 Mitglieder der Sekte Aum Shinrikyo, die wegen ihrer Beteiligung an dem verheerenden Giftgasanschlag auf die U-Bahn in Tokio im Jahr 1995 zum Tode verurteilt worden waren.