Jimmy Hartwig hämmert "Biggest Loser"-Kandidaten ein: "Macht kaputt, was euch kaputtmacht!"

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Sich der Vergangenheit stellen und Belastendes weghauen! Das war das Credo von Gastcoach Jimmy Hartwig, der selbst durch Stahlbäder gehen musste. (Bild: SAT.1)
Sich der Vergangenheit stellen und Belastendes weghauen! Das war das Credo von Gastcoach Jimmy Hartwig, der selbst durch Stahlbäder gehen musste. (Bild: SAT.1)

Frust auf der Insel der purzelnden Pfunde: Die Kilos schmolzen in Woche zwei der SAT.1-Sendung "Leben leicht gemacht - The Biggest Loser" nicht mehr so schnell, wie von den Kampfkolossen erhofft. Da war einer nötig, der predigen konnte, dass es immer ein Licht am Ende des Tunnels gibt. Wer könnte das besser als Ex-Fußballstar Jimmy Hartwig, der selbst durch etliche Tiefen gehen musste.

"Ich habe die ganze Geschichte mächtig unterschätzt", musste sich Stefan, mit 53 der Älteste im Camp von "Leben leicht gemacht - The Biggest Loser" (SAT.1), letztlich eingestehen. Es waren Worte des Abschieds, denn der Campsenior musste bereits zum Ende der zweiten Campwoche den Koffer packen und die Heimreise antreten. Er nahm, auch gehandicapt durch Rückenschmerzen aufgrund jahrelanger Bandscheibenbeschwerden, nur 2,4 Kilogramm ab und damit weniger als alle anderen. Was ihn direkt für den Rückflug qualifizierte.

Stefans Staunen steht stellvertretend für etwas, das Fans des Abnehmformats immer wieder verwundert. Obwohl es vorher schon 13 Staffeln gab und man sich vieles im Internet anschauen könnte: Immer noch drängt sich der Eindruck auf, dass viele Kandidaten im Camp keinen blassen Schimmer haben, was da auf sie zukommt. In der falschen (oder nicht vollständigen) Einschätzung des Abenteuers gleichen die Abnehm-Camper den Teilnehmern des Dschungelcamps, die sich alle Jahre wieder wundern, dass sie es mit Känguruhoden oder Spinnengetier zu tun bekommen.

Trauerarbeit im Abnehmcamp: Coach Ramin Abtin tröstet die geknickte "Leben leicht gemacht"-Kandidatin Dilan. (Bild: SAT.1)
Trauerarbeit im Abnehmcamp: Coach Ramin Abtin tröstet die geknickte "Leben leicht gemacht"-Kandidatin Dilan. (Bild: SAT.1)

Trainerfrust: "Die Grenzen der Kandidaten kommen schnell."

Team Blau erlebte gleich beim ersten Zirkeltraining von Woche zwei, dass es Ramin Abtin ernst meint. "Habt ihr Bock? Gut. Ginge zwar auch ohne, aber mit macht's mehr Spaß." Doch seine Schützlinge zogen nur bedingt mit - er konnte gar nicht in so viele Richtungen gucken, wie hinter seinem Rücken die Frequenzen runtergefahen wurden. "Sie sind nicht gewöhnt, beißen zu müssen", wusste der ehemalige Kickbox-Weltmeister. Oder, wie es seine neue Trainerkollegin Sigrid Ilumaa bei Team Pink erkannte: "Die Grenzen der Kandidaten kommen schnell."

Aber die Pinkfarbenen kapierten wohl schneller, worauf es ankommt. Nachdem sie letzte Woche zwar die Challenge gewonnen hatten, dann aber die Waage versemmelten und ein Teammitglied verloren, waren sie nun besonders motiviert. Allen voran der inoffizielle Teamleader Sven: "Ich weiß genau, warum ich hier bin. Ich will dünner werden, um gesund zu bleiben. Unter der Woche schwitze ich, ich leide - und am Ende auf der Waage hole ich mir meinen Lohn." Der Mann hielt sich selbst Wort: Am Ende verlor er fünf Kilo. Keiner in seinem Team war besser, aber "erleichtert" war Sven noch lange nicht.

Fast 200 Kilogramm schlanker gingen die 19 Kandidaten von "Leben leicht gemacht" (SAT.1) in die zweite Campwoche. (Bild: SAT.1)
Fast 200 Kilogramm schlanker gingen die 19 Kandidaten von "Leben leicht gemacht" (SAT.1) in die zweite Campwoche. (Bild: SAT.1)

Powergirl Alisa verlor 17,2 Kilogramm in zwei Wochen

"Ich bin enttäuscht!", sagte Sven. "Acht Kilo wären okay gewesen." "Naja" maulte auch Fabian über sein Minus von 4,4 Kilogramm, sein Zwillingsbruder Patrick war "total sauer" über 3,3 verlorene Kilos. "Ich konnte mich nicht freuen", meinte Yasemin zu 2,3 abgespeckten Kilos, und Damenschwerstgewicht Alisa (noch 147,8 Kilogramm) bangte angesichts von "nur" 3,9 verlorenen Kilos um ihren Campverbleib. Dabei hat die Powerlady in zwei Wochen 17,2 Kilo verloren - und damit mehr als alle Frauen!

Aber so ist es eben: Auch in Staffel 14 dürfen Christine Theiss und die Trainer predigen, dass der Speck nicht in jeder Woche so wegschmilzt wie in Woche eins. Und keine Bange: Auch in Staffel 15 werden die Kolosse in Woche zwei über ihre "mäßigen" Ergebnisse jammern, anstatt stolz zu sein.

"Ist das alles?" Trainerin Sigrid Ilumaa nahm ihren Schützling Fabian beim Training ordentlich in die Mangel. (Bild: SAT.1)
"Ist das alles?" Trainerin Sigrid Ilumaa nahm ihren Schützling Fabian beim Training ordentlich in die Mangel. (Bild: SAT.1)

Stargast Jimmy Hartwig hilft bei Vergangenheitsbewältigung

Damit sich nicht alles wiederholt, flechten die Macher der Sendung einige Neuerungen ein. Eine davon wurde in Gestalt von Jimmy Hartwig präsent. Der ehemalige Fußball-Profi (Champions-League-Sieger und dreimal Deutscher Meister mit dem HSV) und Kultstar (Vierter bei der zweiten Staffel des RTL-Dschungelcamps, 2004) trat als Gastcoach zum Motto der Woche an. Das lautete "Vergangenheitsbewältigung", und da konnte Hartwig mit bestem Beispiel vorangehen.

Der Ex-Kicker, mittlerweile leidenschaftlicher Schauspieler und Integrationsbeauftragter des DFB, sagte den Kandidaten aus vollem Herzen: "Ich bin einer von euch." Denn auch Hartwig wurde als Kind gemobbt, ausgegrenzt, geschlagen. Später von ganzen Stadien rassistisch beleidigt. Übelste Beleidigungen skandierten einst die Bayern-Fans - und Hartwig dirigierte sie aus dem Strafraum heraus! Das nämlich ist das Credo des Gastcoaches: "Du kannst auf die Fresse kriegen. Du kannst zu Boden gehen. Aber du musst immer wieder aufstehen."

Augen zu und durch! Paolo gibt beim Training alles und ackert los "wie ein Wildpferd!". (Bild: SAT.1)
Augen zu und durch! Paolo gibt beim Training alles und ackert los "wie ein Wildpferd!". (Bild: SAT.1)

Jimmy Hartwig: "Macht kaputt, was euch kaputtmacht."

Hartwig stand mehrfach wieder auf. Er ließ sich weder von Gegenspielern oder grölenden Fans, noch vom Krebs unterkriegen. "Stellt euch der Vergangenheit und räumt zur Seite, was euch belastet", rief er den Kandidaten zu und gab ihnen das rechte Werkzeug zur Hand: einen Vorschlaghammer! Mit diesen durften die Kandidaten auf dem Schrottplatz mal so richtig den Frust rauslassen. Wörtlich: "Macht kaputt, was euch kaputt macht!"

"Das hat Spaß gemacht, das war sehr befreiend", so der Tenor der Kandidaten, die sich zuvor einander öffneten und aus ihrer Vergangenheit berichteten und unter Tränen erzählten, wie man sie fertig machte und was ihnen widerfuhr. Hartwig: "Ehrlich zu sich selbst sein, sich dem stellen, was man erlebte, auch wenn es nicht schön war: Das ist der erste Weg zur Stärke." Und eine weitere Erkenntnis gab Hartwig den Kandidaten mit: "Freunde, es geht immer, immer weiter im Leben!" - ganz egal, wie vermeintlich schlimm es auch kommt.

Beim Tauziehen hatten die Blauen gegen die "pinkfarbenen Stiere" keine Chance. (Bild: SAT.1)
Beim Tauziehen hatten die Blauen gegen die "pinkfarbenen Stiere" keine Chance. (Bild: SAT.1)

0,01 Prozent entscheiden über Campverbleib und Heimreise

Kämpfen gehört auch zum Erfolg, das weiß auch Jimmy Hartwig. Bei der Challenge konnte das - erneut - Team Pink besser. Bei der Laufschinderei in den naxotischen Bergen waren die "Pink Panther" wesentlich besser organisiert und auch als Team die bessere Einheit. "Bei uns sind vier, die alles geben, und sechs, die mitgetragen werden müssen", haderten dagegen Philipp und Nick aus Team Blau. Vor allem Nico, der Jüngste, musste von Ramin Abtin unentwegt angetrieben werden. "'Kann nicht' gibt's nicht mehr", nahm der Coach den Wind aus den Segeln, die der Youngster schon streichen wollte.

Am Ende gewann Team Pink nicht nur die Challenge, sondern erstmals auch die Waage. Das konnte auch der blaue Philipp mit seiner Wochenbestleistung (6,1 Kilogramm) nicht verhindern. Es musste ein/e Blaue/r gehen. Da "ausschließlich die Waage entscheidet", wie Christine Theiss verkündete, erwischte es Senior Stefan, der 0,01 Prozent weniger abgenommen hatte als Dilan.

Immer feste druff! Die Kandidaten durften Frust abbauen - mit dem Hammer! (Bild: SAT.1)
Immer feste druff! Die Kandidaten durften Frust abbauen - mit dem Hammer! (Bild: SAT.1)
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