Job-Tandem: Warum Arbeitslose und Flüchtlinge sich in Berlin Jobs teilen

An einem Lichtenberger Krankenhaus arbeiten Langzeitarbeitslose und Flüchtlinge zusammen. Das Modell bringt Vorteile für beide Seiten.

Jens Ortmann ist sehr zufrieden. 15 Jahre lang war der Binnenschifffahrt-Matrose arbeitslos, musste sich mit kleinen Gelegenheitsjobs finanziell über Wasser halten. Seit Februar dieses Jahres ist er im Hol- und Bringedienst des Evangelischen Krankenhauses Königin Elisabeth Herzberge (KEH) in Lichtenberg beschäftigt. Endlich wieder eine richtige Arbeit – Vollzeit, sozialversicherungspflichtig. Das Besondere an seiner neuen Tätigkeit: Ortmann ist Teil eines Job-Tandems. Sein Partner ist ein Flüchtling, Ali Tamo Hassan aus dem Irak.

Die Arbeitsagentur fördert diese Tandems über das Jobcenter Lichtenberg als bundesweites Pilotprojekt. Es ist zunächst begrenzt auf 20 Arbeitsplätze für jeweils zehn Langzeitarbeitslose und zehn Geflüchtete. Beide erhalten dabei im untrennbaren Duo den gleichen vollen Lohn. Unternehmen, die solche Doppelarbeitsplätze einrichten, werden ein Jahr lang drei Viertel der Lohnkosten als Fördergeld über das Jobcenter erstattet. Den Anstoß zu diesem Projekt gab der Lichtenberger CDU-Bundestagsabgeordnete Martin Pätzold.

Jens Ortmann ist kein Mensch, der viel Aufhebens um sich macht. Aber wenn er von seiner neuen Tätigkeit spricht, merkt man schnell, wie gut sie ihm tut. Die Arbeit gefalle ihm, die Kollegen seien toll, erzählt er. Der 46-Jährige ist nun zuständig für die Abfallentsorgung in mehreren Häusern des Krankenhauskomplexes, er holt Medikamente aus dem Apothekenlager im Keller und bringt sie auf die Stationen. Ende vergangenen Jahres bekam er das Angebo...

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