John F. Kennedy: Berühmtes Zitat ist geklaut

„Frage nicht, was dein Land für dich tun kann – frage, was du für dein Land tun kannst.“ So lautet einer der berühmtesten Sätze John F. Kennedys. Doch der frühere US-Präsident hat den Fanfarenruf nicht selbst erfunden, sondern sich von einem Lehrer inspirieren lassen. Das zumindest behauptet ein amerikanischer Nachrichtensprecher in einem kritischen Buch.

Markig und einflussreich waren die Worte, die John F. Kennedy in seiner ersten Rede als Präsident verwendete. Sie sollten das Volk auf seinen zwiespältigen politischen Kurs gegenüber der UdSSR einstimmen. Am stärksten dürfte sich seinen Zuhörern jedoch folgender Aufruf ins Gedächtnis gebrannt haben: „Frage nicht, was dein Land für dich tun kann – frage, was du für dein Land tun kannst.“

Den hat John Fitzgerald „Jack“ Kennedy aber offenbar geklaut. Bei den Recherchen für sein Buch „Jack Kennedy: Elusive Hero“ (dt. trügerischer Held) stieß Chris Matthews, Sprecher beim US-Nachrichtensender „MSNBC“, auf zwei Dokumente, die das beweisen sollen. Demnach verwendete der Leiter des protestantischen Elite-Internats Choate nämlich zu Kennedys Schulzeiten einen ganz ähnlichen Ausspruch: „Der Jugendliche, der seine Alma Mater liebt, wird niemals fragen: ‚Was kann sie für mich tun?‘, sondern „Was kann ich für sie tun?‘“ Während der Schulleiter damit eins zu eins einen Dekan der Harvard University zitierte, münzte ihn Kennedy einige Jahre später zu seinen eigenen Zwecken um.

Dies ist übrigens nicht die einzige Stelle in Matthews Buch, an der Kennedy schlecht wegkommt. Zur Untermauerung seines Vorwurfs, der verstorbene US-Präsident habe seine Wahl mittels einiger cleverer Schachzüge begünstigt, führt der TV-Moderator einige Beispiele an.

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So schreibt er von einer TV-Präsidentschaftsdebatte zwischen Kennedy und dem damaligen Vizepräsidenten Richard Nixon, die die beiden komplett ohne Puder und Make-up führen wollten. In letzter Sekunde soll Kennedy doch heimlich zu Schminkutensilien gegriffen haben, um seinen Konkurrenten zumindest optisch auszustechen. Des Weiteren kritisiert Matthew, der Gewinn des Pulitzer-Preises im Jahr 1957 sei „kein glücklicher Zufall“ gewesen – stattdessen habe Kennedys Vater Joseph Einfluss auf Mitglieder des zuständigen Komitees genommen. Das Buch wird diese Woche in den USA veröffentlicht – ein deutscher Erscheinungstermin ist noch nicht bekannt.

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