Johns Hopkins: Der Mann hinter der berühmten Universität

Moritz Piehler
·Freier Autor
·Lesedauer: 3 Min.

Sein Name sagt vielen Menschen etwas, denn die nach ihm benannte Universität veröffentlicht täglich die weltweiten Corona-Zahlen. Doch wer war Johns Hopkins eigentlich?

Das historische Gebäude, in dem bereits das erste Johns Hopkins Krankenhaus in Baltimore untergebracht war. (Bild: Getty Images)
Das historische Gebäude, in dem bereits das erste Johns Hopkins Krankenhaus in Baltimore untergebracht war. (Bild: Getty Images)

Die Johns Hopkins Universität hatte schon zuvor einen hervorragenden Ruf in der Welt der Wissenschaft. Doch durch die Corona-Pandemie rückte sie in den Fokus der Öffentlichkeit. Fast jeder kennt den Namen des Institutes, dass die weltweiten Daten zur Corona-Infektionen, Todesfällen und Entwicklungen der Pandemie sammelt und veröffentlicht. Nach den Erkenntnissen der John Hopkins Universität richten Regierungen ihre Strategien aus und Menschen ihr Verhalten in der Pandemie. Doch der Mann hinter diesem Namen ist vielen nicht bekannt.

Von der Plantage zum Philanthrop

Es beginnt schon mit dem ungewöhnlichen Vornamen. Denn tatsächlich hieß der Mann nicht John, sondern Johns. Er wurde nach dem Nachnamen seiner Urgroßmutter benannt und der Name Johns von Generation zu Generation weitergegeben. Hopkins stammte aus einer Quäkerfamilie im US-Bundesstaat Maryland. Als eins von elf Kindern wurde er am 19. Mai 1795 auf der Tabak-Plantage Whitehall seiner Familie geboren. Die Hopkins-Familie besaß zwar Sklaven, nach ihrem Glauben befreiten sie diese aber und ließen sie eine Ausbildung absolvieren.

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Nachdem er als junger Erwachsener von der elterlichen Farm in das Geschäft seines Onkels in Baltimore wechselte, begann seine wirtschaftliche Karriere. Durch geschickte Investitionen unter anderem in die Baltimore and Ohio-Eisenbahngesellschaft vermehrte sich sein Vermögen rasant. Dies erlaubte es ihm, seine erweiterte Familie zu versorgen und zum größten Spender der damaligen Zeit zu avancieren.

Zumindest auf eine Briefmarke schaffte es der Philanthrop Johns Hopkins knapp 140 Jahre nach seinem Tod. (Bild: Getty)
Zumindest auf eine Briefmarke schaffte es der Philanthrop Johns Hopkins knapp 140 Jahre nach seinem Tod. (Bild: Getty)

Der größte Spender seiner Zeit

Denn der kinderlose Hopkins vermachte die für damalige Verhältnisse gewaltige Summe von sieben Millionen Dollar per Testament an eine Stiftung. Von dem Geld, das nach heutigem Maßstab etwa 150 Millionen Dollar wert wäre, sollte ein Krankenhaus, eine Universität und eine Waisenhaus errichtet werden. Bis heute gilt die medizinische Fakultät als eine der besten der USA und ist auch weltweit anerkannt.

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Das gilt erst recht, seit ihr in der Corona-Pandemie eine solch bedeutende Rolle zufällt. Bereits Ende Januar stellte die Universität die Covid-19-Weltkarte der Öffentlichkeit zur Verfügung. Sie zeigt die weltweite Entwicklung fast in Echtzeit. Dafür werden Daten aus verschiedenen Quellen gesammelt und abgeglichen, von offiziellen Behörden bis zu einzelnen Ärzten und Krankenhäusern, um einen möglichst genauen Überblick über die Ausbreitung der Pandemie geben zu können. Hopkins hatte das Krankenhaus und die Universität, die noch heute seinen Namen tragen einmal als seine beiden Kinder bezeichnet. Dass sie einmal eine so wichtige Rolle einnehmen würden, hätte sich der Entrepreneur wohl kaum erträumen können.

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