Johnson verurteilt Aktivität von Schleppern bei Ärmelkanal-Überquerungen

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Boris Johnson (AFP/JESSICA TAYLOR)

Angesichts der zunehmenden Fluchtbewegung über den Ärmelkanal hat Großbritanniens Premierminister Boris Johnson seine "Empörung" und "Frustration" über daran beteiligte Schlepper zum Ausdruck gebracht. Bei einer Fragerunde im Parlament beklagte Johnson am Mittwoch die Aktivitäten von "Gangstern, Kriminellen, die Geld von verzweifelten und verängstigten Menschen verlangen". Bei der Überquerung des Ärmelkanals zwischen Frankreich und Großbritannien handle es sich um eine "sehr, sehr gefährliche Überfahrt".

Seine Regierung versuche, das Problem "auf die bestmögliche Art und Weise anzugehen", versprach Johnson. London will dafür sorgen, dass die Migranten die französische Küste gar nicht erst verlassen. Dies gelinge jedoch nicht ohne Hilfe aus Paris: "Wir sind sehr davon abhängig, was die Franzosen tun."

Die britische Innenministerin Priti Patel hat für Mittwoch ihren französischen Amtskollegen Gérald Darmanin zu einem Gespräch am Rande eines internationalen Treffens in London eingeladen. Auf der Tagesordnung des Treffens standen auch die illegalen Überfahrten von Migranten nach Großbritannien.

Bei einem früheren Treffen Ende Juli hatte London zugesagt, Frankreich in den Jahren 2021 und 2022 mehr als 60 Millionen Euro zu zahlen, um eine stärkere Präsenz französischer Sicherheitskräfte an der Küste zu finanzieren. Nach Angaben mehrerer britischer Medien drohte Patel Anfang der Woche, die versprochenen Mittel nicht auszuzahlen, wenn auf französischer Seite keine Fortschritte erzielt würden.

Die Fluchtbewegung auf dem Ärmelkanal hatte zuletzt stark zugenommen. Nach Angaben aus London erreichten am Montag 785 Migranten die britische Küste. Der Höchstwert wurde im August verzeichnet, als binnen eines Tages 828 Menschen den Ärmelkanal überquerten. Die Überfahrt ist aufgrund des starken Schiffsverkehrs und tückischer Strömungen riskant, oft sind die Boote der Flüchtlinge untauglich.

gap/yb

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