Jordanier wählen unter strengen Corona-Auflagen neues Parlament

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Wähler mit Maske in Amman
Wähler mit Maske in Amman

Überschattet von der Corona-Pandemie ist am Dienstag in Jordanien die Parlamentswahl abgehalten worden. 4,5 Millionen Wahlberechtigte waren aufgerufen, sich an der Abstimmung zu beteiligen. Zehntausende Sicherheitskräfte waren im Einsatz, um die Einhaltung der Corona-Auflagen in den Wahllokalen sicherzustellen, darunter das Tragen von Masken.

Die Wahllokale schließen um 19.00 Uhr (Ortszeit; 18.00 Uhr MEZ). Ergebnisse werden in den kommenden Tagen erwartet.

Um die 130 Sitze im Parlament in Amman bewerben sich mehr als tausend Kandidaten, darunter Politiker des politischen Arms der Muslimbruderschaft, der die wichtigste Oppositionspartei in Jordanien stellt. 15 Sitze sind für Frauen vorgesehen, insgesamt bewerben sich 360 Politikerinnen für ein Abgeordnetenmandat. Im Königreich Jordanien hat das Parlament begrenzte Einflussmöglichkeiten. 

Beobachter erwarteten wegen der Corona-Pandemie eine geringe Wahlbeteiligung. Positiv auf das Coronavirus Getestete sind in den Wahllokalen nicht zugelassen. Bei Verstößen drohen empfindliche Strafen. 

Im von Armut geprägten und von internationaler Hilfe abhängigen Jordanien wurden seit Beginn der Pandemie rund 115.000 Infektionen mit dem Coronavirus festgestellt, fast 1300 Covid-19-Patienten starben. Bereits vor Beginn der Pandemie hatte die Arbeitslosenrate in dem Land bei 23 Prozent gelegen. Seither hat sich die Wirtschaftskrise weiter verschärft.

Die Wahl finde unter anderen Vorzeichen statt als frühere Urnengänge, sagte der Experte Oraib Rintawi vom Al-Kuds-Zentrum für Politische Studien. Wegen der Pandemie seien die Menschen in noch größerer Not. Auch er rechnete aber mit einer geringen Wahlbeteiligung. "Die Mehrheit der Jordanier ist der Ansicht, dass das Parlament eine randständige Rolle im politischen System einnimmt."

isd/cp