Journalistenmord: Tritt Maltas Ministerpräsident Joseph Muscat zurück?

Die Luft für Maltas Ministerpräsident Joseph Muscat wird im Fall der durch eine Autobombe ermordeten Journalisten Daphne Caruana Galizia immer dünner. Medienberichten zufolge steht der Regierungschef kurz davor, seinen Hut zu nehmen. Am Sonntag kamen die Fraktionsmitglieder der regierenden Labour-Partei zusammen, um über die Zukunft Muscats zu beraten. Demonstranten hatten wiederholt den Rücktritt Muscats gefordert. Sie werfen der Regierung Korruption vor.

Anklage gegen bekannten Geschäftsmann

Zuvor war einer der reichsten Männer Maltas, Yorgen Fenech, angeklagt worden. Dem Geschäftsmann wird unter anderem Mittäterschaft und Förderung einer kriminellen Vereinigung im Zusammenhang mit dem Journalistenmord vorgeworfen. Er gilt als mutmaßlicher Drahtzieher der Tat. 

Fenech war Mitte November beim Versuch Malta zu verlassen auf seiner Yacht festgenommen worden. Ihm werden Verbindungen zu hochrangigen Politikern nachgesagt. Im Zuge der Mordermittlungen hatte der Stabschef des maltesischen Ministerpräsidenten Joseph Muscat, Keith Schembri, seinen Posten aufgegeben. Laut Fenech soll er in den Fall verstrickt sein. Nach zweitägiger Festnahme kam Schembri wieder frei. Er beteuert seine Unschuld. 

Situation undurchsichtig

Auch Maltas Tourismusminister Konrad Mizzi dankte ab. Wirtschaftsminister Chris Cardona teilte mit, sein Amt ruhen zu lassen. 

Daphne Caruana Galizia war im Oktober 2017 ermordet worden. Vor Yorgen Fenech wurde bereits gegen drei Männer Anklage erhoben. Sie sollen die Bombe gebaut und gezündet haben. 

Galizia hatte unter anderem zu krummen Geschäften in der Wirtschaft und der Politik auf Malta recherchiert - auch vor dem Hintergrund der "Panama-Papers-Affäre".