Jugendliche überleben Hochwasser tagelang auf Anhöhe

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Hunderte Tote durch Hochwasser in Malawi und Mosambik

Wie durch ein Wunder haben 18 vermisste Jugendliche die schweren Überschwemmungen in Mosambik überlebt. Als die Fluten des Flusses Licungo am Montag plötzlich anschwollen, konnte sich die Gruppe nach Behördenangaben auf eine Anhöhe retten. Auf dieser kleinen Insel im reißenden Strom verbrachten sie die kommenden Tage, bis ein Hubschrauber sie entdeckte und rettete.

Die geretteten Jugendlichen ernährten sich auf ihrer Anhöhe von Mangos und anderen Früchten, die sie bei sich trugen. Nach Behördenangaben beteiligte sich die Gruppe an einem mehrtägigen Initiationsritus, mit dem der Übergang der 15-Jährigen zum Erwachsensein gefeiert wird. Als sie sich einsam auf der "Insel" wiederfand setzte sie die traditionellen Riten fort, als wäre nichts geschehen.

Nach heftigen Regenfällen am Wochenende hatten sich viele Flüsse in Mosambik und vor allem im benachbarten Malawi in reißende Ströme verwandelt. In Mosambik kamen laut nicht amtlichen Angaben 24 Menschen ums Leben.

Malawis Staatschef Peter Mutharika sprach von einer "nationalen Tragödie" und forderte dringend Hilfe aus dem Ausland an. Mutharikas Stellvertreter Saulos Chilima gab die Zahl der Toten in Malawi mit 176, die der Vermissten mit mindestens 153 an. Mehr als 200.000 Menschen wurden nach seinen Worten durch die Zerstörung ihrer Häuser obdachlos. Chilima äußerte sich auf einer Pressekonferenz nach einem Flug mit dem Armeehubschrauber über die am schlimmsten betroffenen Regionen Nsanje und Chikwawa im Süden des Landes.

Eine UN-Vertreterin sprach von den schwersten Überschwemmungen seit mindestens fünf Jahren in Malawi. Die Lage sei katastrophal, sagte Hein Zeelie, die für die UNO die Nothilfe in dem Land koordiniert, der AFP. Malawi bereite sich zwar stets gut auf die Regenzeit vor, aber mit einer derartigen Wasserflut habe niemand gerechnet. Für das Wochenende sagten die Experten weiteren sintflutartigen Regen für das Grenzgebiet voraus.

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