Julian Assange erklärt: Russland war nicht Quelle geheimer US-Mails

Es war ein harter Schlag für Hillary Clinton: Mitten im US-Wahlkampf veröffentliche WikiLeaks streng vertrauliche E-Mails ihrer Mitarbeiter. Die Demokraten bezichtigten die russische Regierung, die Daten gehackt zu haben. Doch dieser Version widerspricht jetzt WikiLeaks-Gründer Julian Assange.

„Ich habe es mehrfach in den letzten zwei Monaten gesagt: Die Quelle ist nicht die russische Regierung“, erklärt Julian Assange in einem Interview mit dem US-Sender „Fox News“. Mitten im US-Wahlkampf hatte WikiLeaks mit der Veröffentlichung gehackter Mails von John Podesta, dem Vorsitzenden von Hillary Clintons Wahlkampfkomitee, für Aufsehen gesorgt. Auch die Mails anderer Mitglieder des Komitees wurden veröffentlicht.

Julian Assange gab dem US-Sender “Fox News” ein Interview. (Bild: ddp)

Unter anderem waren darin Inhalte vertraulicher Reden, interne Wahlkampfthemen und Strategien zu positiver Berichterstattung zu lesen. Eine Folge war, dass die damalige Vorsitzende Debbie Wasserman Schultz von ihrem Posten zurücktrat. Besonders pikant an der Aussage Assanges ist die Tatsache, dass Barack Obama erst kürzlich auf den vermeintlich russischen Hackerangriff reagierte – und als Sanktion 35 Diplomaten des Landes verwies.

Das Statement spielt derweil dem künftigen US-Präsidenten Donald Trump in die Karten. Er steht der russischen Regierung deutlich unkritischer gegenüber als Barack Obama. Und erklärte jüngst in einem Interview: „Ich weiß eine Menge über Hacking, und Hacking ist sehr schwer nachzuweisen. Und es könnte jemand anders gewesen sein. Und ich weiß auch einige Dinge, die andere nicht wissen. Und deswegen können sie sich nicht sicher sein.“

Der Sender „Fox News“ beschreibt sich zwar selbst als überparteilich, doch wird ihm immer wieder politische Nähe zu den Konservativen beziehungsweise den Republikanern nachgesagt. Ob die Aussage des WikiLeaks-Gründers die politischen Sanktionen der USA beeinflussen wird, dazu gibt es noch keine Informationen.

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