Jung-Unternehmer: "Jedem Deutschen wurden hunderte Euro gestohlen"

Lennart Pfahler
Der alte und der neue Finanzminister: Wolfgang Schäuble (links) und Olaf Scholz.

Cum-Ex: Es klingt eher nach einem Klebstoff als nach einem gigantischen Skandal.

Doch es ist der größte Steuerraub in der Geschichte der Bundesrepublik.

Bei den dubiosen Geschäften waren durch ein Hin- und Herschieben von Aktien EU-weit Finanzämter getäuscht worden. Sie erstatteten Milliardensummen an Steuern zurück, die nie gezahlt worden waren.

In Deutschland sollen über 30 Milliarden Euro auf diese Weise in die Hände superreicher Betrüger geflossen sein. Geld, das eigentlich für den Bau von Straßen, Kindergärten oder Schulen hätten verwendet werden können. 

Und trotz dieser gigantischen Ungerechtigkeit hält sich die Empörung in der Bundesrepublik bisweilen in Grenzen.

Am Mittwoch sollte im Finanzausschuss des Bundestags der Stand der Maßnahmen gegen Cum-Ex-Geschäfte besprochen werden. Doch der zuständige Minister Olaf Scholz (SPD) sagte seine Teilnahme ab.

Jedem einzelnen wurden hunderte Euro gestohlen

Viele Menschen außerhalb der Parlamente aber sind wütend. Über 100.000 von ihnen haben bereits die “Change.org”-Petition “Cum Ex: Ich will meine Steuern zurück!” unterschrieben. Gestartet hat sie der junge Unternehmer Tobias Oertel.

Oertel, 28 Jahre alt, ist Mitgründer eines sozialen Berliner Digital-Startups. Der HuffPost sagt er: “Als junger Mensch finde ich es unglaublich ungerecht zu sehen, dass viele Menschen jahrzehntelang Steuern zahlen und es dann gewissenlose Bänker, Konzerne und Superreiche gibt, die uns in kurzer Zeit um unsere Steuern bringen.”

Er hat ausgerechnet: 400 Euro wurden jedem Bürger und jeder Bürgerin gestohlen.

Tobias Oertel hat eine Cum-Ex-Petition gestartet.

Theoretisch zumindest. Diese Summer ergibt sich, wenn man die rund 35 Milliarden Euro (die Recherche-Plattform “Correctiv” spricht von mindestens 31,8...

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