Junge Union kritisiert Kramp-Karrenbauers Umgang mit Maaßen

JU-Chef Tilman Kuban

Die Junge Union hat den Umgang der CDU-Vorsitzenden Annegret Kramp-Karrenbauer mit dem umstrittenen Ex-Verfassungsschutzchef Hans-Georg Maaßen kritisiert. Er wünsche sich mehr Rückendeckung für die Wahlkämpfer aus Brandenburg und Sachsen und keine "Eigentore aus Berlin", sagte JU-Chef Tilman Kuban am Dienstag im Deutschlandfunk. Kramp-Karrenbauer hatte am Wochenende zunächst ein Parteiausschlussverfahren gegen Maaßen ins Gespräch gebracht, stellte dann aber klar, dass sie ein solches nicht anstrebe.

Kuban nahm Maaßen, der wegen umstrittener Äußerungen im vergangenen Jahr seinen Job als Verfassungsschutzchef losgeworden war, ausdrücklich in Schutz. Maaßen sei "streitbar", agiere aber durchaus auf der Grundlage der Werte des Grundgesetzes und der Union. Maaßen, der der Werteunion in der CDU angehört, war im Vorfeld der Landtagswahlen am 1. September in Sachsen aufgetreten.

Kuban kritisierte zudem, dass Debatten in der Union "gerne personalisiert" würden. Er bezog sich damit auf Unionsfraktionsvize Carsten Linnemann, der mit Äußerungen zu mangelnden Deutschkenntnissen bei Grundschulkindern in die Kritik geraten war. Es gebe einen "Fehler in der Debattenkultur", kritisierte der JU-Chef. Diese müsse auch in schwierigen Zeiten gewahrt werden.