Jürgen Klinsmann erklärt Rücktritt als Trainer von Hertha BSC

Ben Barthmann
Sports Editor

Jürgen Klinsmann ist nicht mehr Cheftrainer von Hertha BSC. Der 55-Jährige erklärte am Dienstagvormittag seinen Rückritt per Facebook. Die Berliner bestätigten den Rücktritt nach etwa 45 Minuten Schweigen.

Jürgen Klinsmann ist nicht mehr Cheftrainer von Hertha BSC. (Bild: Getty Images)

Er wolle das “Amt als Cheftrainer der Hertha zur Verfügung zu stellen” und sich wieder auf seine “ursprüngliche langfristig angelegte Aufgabe als Aufsichtsratsmitglied zurückzuziehen”, teilte Klinsmann mit.

Den Grund für die Entscheidung ließ Klinsmann anklingen: “Als Cheftrainer benötige ich allerdings für diese Aufgabe, die noch nicht erledigt ist, auch das Vertrauen der handelnden Personen. Gerade im Abstiegskampf sind Einheit, Zusammenhalt und Konzentration auf das Wesentliche die wichtigsten Elemente. Sind die nicht garantiert, kann ich mein Potenzial als Trainer nicht ausschöpfen und kann meiner Verantwortung somit auch nicht gerecht werden.”

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Hertha BSC von Klinsmann-Entscheidung überrascht

Der 55-Jährige hatte die Hertha Ende November 2019 übernommen. In zehn Spielen sammelte er im Schnitt 1,2 Punkte. Zuletzt hatten die Berliner mit 2:3 gegen Schalke im DFB-Pokal und mit 1:3 gegen den 1. FSV Mainz 05 am 21. Spieltag der Bundesliga verloren. In der Liga stehen sie auf Rang 14 mit sechs Punkten Vorsprung auf einen Abstiegsplatz.

Mit seiner Mitteilung scheint Klinsmann auch die Hertha selbst überrascht zu haben. Der Klub meldete sich für etwa 45 Minuten nicht zu Wort und gab dann eine kurze Erklärung aus. Klinsmann habe die Entscheidung am heutigen Dienstag mitgeteilt. Alexander Nouri, bisher Co-Trainer, werde das Training vorerst übernehmen.

“Wir sind von dieser Entwicklung am Morgen überrascht worden. Insbesondere nach der vertrauensvollen Zusammenarbeit hinsichtlich der Personalentscheidungen in der für Hertha BSC intensiven Wintertransferperiode gab es dafür keinerlei Anzeichen. Über die weiteren Entwicklungen werden wir zu gegebener Zeit informieren”, sagte Geschäftsführer Michael Preetz.

Pikant: Investor Lars Windhorst wurde von Klinsmann offenbar bereits am Montag in Kenntnis gesetzt. “Ich habe gestern von der Entscheidung erfahren. Ich bedauere diesen Schritt von Jürgen Klinsmann sehr”, teilte er am Dienstag der SportBild mit. Dort wird berichtet, dass Klinsmann gerne Klarheit über seine Zukunft ab Juni 2020, dann lief sein Vertrag aus, gehabt hätte. Diese erhielt er aber wohl nicht.