Jury im Prozess gegen früheren Hollywood-Mogul Weinstein steht

Harvey Weinstein

Die Jury im Prozess gegen den früheren Hollywood-Mogul Harvey Weinstein wegen mutmaßlicher Sexualverbrechen steht. Die letzten fünf Geschworenen der zwölfköpfigen Jury wurden am Freitag vom New Yorker Richter James Burke bestätigt. Der Jury, die über Schuld oder Unschuld Weinsteins entscheiden muss, gehören fünf Frauen und sieben Männer an. Sie wurden aus rund 700 potenziellen Kandidaten ausgewählt.

Noch nicht bestimmt sind alle Ersatz-Geschworenen, die einspringen, wenn ein oder mehrere Geschworene ausfallen. Bislang wurden drei Ersatz-Geschworene ausgewählt, drei fehlen noch. Die Eröffnungsplädoyers in dem von einem gewaltigen Medieninteresse begleiteten Prozess sind auf kommenden Mittwoch angesetzt. Der Prozess soll bis zum 6. März dauern.

In New York werden Bürger nach dem Zufallsprinzip als mögliche Geschworene ausgewählt. Unter den Kandidaten war auch das Supermodel Gigi Hadid. Sie gehört aber letztlich nicht der Jury an. US-Medienberichten zufolge einigten sich Anklage und Verteidigung darauf, das Model wegen seiner Berühmtheit auszusortieren.

Die Auswahl der Geschworenen ist in US-Strafprozessen ein Element von zentraler Bedeutung: Die Zusammensetzung der Jury hat großen Einfluss darauf, ob ein Angeklagter schuldig gesprochen oder freigesprochen wird. Im Weinstein-Prozess beklagte sich Staatsanwältin Joan Illuzzi-Orbon wiederholt beim Richter darüber, dass die Anwälte des Ex-Filmproduzenten systematisch junge weiße Frauen aussortieren wollten.

Der Prozess gegen Weinstein hatte am Montag vergangener Woche begonnen. Dem 67-jährigen Gründer des Miramax-Filmstudios wird in dem Verfahren vorgeworfen, eine Frau vergewaltigt und eine andere Frau zum Oralsex gezwungen zu haben. Weinstein weist die Vorwürfe zurück und spricht von einvernehmlichen sexuellen Handlungen. Bei einer Verurteilung droht dem "Pulp Fiction"-Produzenten lebenslange Haft.

Insgesamt werfen mehr als 80 Frauen - darunter bekannte Schauspielerinnen - Weinstein sexuelles Fehlverhalten bis hin zur Vergewaltigung vor. Das Bekanntwerden der Vorwürfe gegen den mächtigen Filmproduzenten sorgte im Oktober 2017 weltweit für Schlagzeilen und trat die #MeToo-Bewegung gegen sexuelle Übergriffe und Gewalt an Frauen los.