Justizvollzug: Mehr Gefangene als Plätze: Berliner Haftanstalten überbelegt

Die Anstalten Moabit und Plötzensee melden mehr Gefangene als Plätze. Auch im Strafvollzug für Frauen wird es immer enger.

In den Berliner Haftanstalten ist es derzeit mal wieder besonders eng. Gleich mehrere Anstalten, Moabit, Plötzensee und der Strafvollzug für Frauen sind aktuell überbelegt. Das geht aus der jüngsten Belegungsstatistik der Senatsverwaltung für Justiz hervor. Am Stichtag 29. März 2017 waren in der JVA Moabit mit ihren 922 Plätzen 938 Gefangene untergebracht. In der JVA Plötzensee teilten sich 340 Häftlinge die 332 Plätze. Beide Anstalten haben damit jeweils eine Belegungsquote von 102 Prozent.

Im Strafvollzug für Frauen liegt die Quote gar bei 121 Prozent. Auf 119 Plätze in Lichtenberg und Pankow kommen 144 weibliche Gefangene. Für Frauen ist die Situation insgesamt schwieriger. Auch die Anstalten in Neukölln und Reinickendorf mit zusammen 107 Plätzen sind zu 100 Prozent belegt.

Entlastung gab es dagegen vor allem in der Jugendstrafanstalt Charlottenburg. Aktuell 288 Insassen bei 405 Plätzen ergeben eine Belegungsquote von 71 Prozent. In der gemeinsamen Jugendarrestanstalt Berlin-Brandenburg (JSA), sind von 60 Plätzen sogar nur 17 belegt. Auch in der JVA Tegel sind noch einige Plätze frei. Im geschlossenen Vollzug sitzen derzeit 865 Männer ein, Platz ist dort für 938 Gefangene. Ein besonderes Problem sind derzeit wie schon seit vielen Jahren jene Häftlinge, die eine Ersatzfreiheitsstrafe verbüßen, weil sie die verhängten Geldstrafen nicht bezahlt haben. Das betrifft derzeit in Berlin insgesamt 438 Gefangene. Besonders deutlich zeigt sich dieses Pro­blem in der JVA Plötzensee. Dor...

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