Käßmann fordert Ende der deutschen Rüstungsproduktion

Käßmann: Keine Rüstungsexporte mehr

Die ehemalige EKD-Ratsvorsitzende Margot Käßmann hat deutsche Waffenexporte scharf kritisiert und ein Ende der Rüstungsproduktion in Deutschland gefordert. "Es ist ein unhaltbarer Zustand, dass wir der drittgrößte Waffenexporteur der Welt sind", sagte Käßmann der "Bild am Sonntag". "Wir können doch nicht die Kriege beklagen, die wir mit Waffen erst möglich machen."

Das Argument des Wirtschaftswachstums dürfe bei Rüstungsexporten nicht gelten, sagte die Theologin. "Da geht es um 0,2 Prozent des Bruttoinlandsproduktes. Es muss doch möglich sein, diese Arbeitsplätze in konstruktive Produktionen zu verlagern", sagte Käßmann der "BamS".

In einem ersten Schritt solle der Bundestag über alle Ausfuhrgenehmigungen für Rüstungsgüter öffentlich diskutieren und die Empfängerländer stark begrenzt werden, schlug Käßmann vor. "Das Mindeste ist, dass wir nur an stabile Demokratien exportieren. Rüstungsgeschäfte mit Ländern wie Saudi-Arabien sind unverantwortlich." Die Bundesregierung solle sich für präventive und friedenserhaltende Vermittlermissionen einsetzen. Sie selbst freue sich, wie sehr die Deutschen den Krieg ablehnten. "Der Satz 'Nie wieder Krieg' ist fest verankert in der Gesellschaft", stellte Käßmann fest.

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