Auf Kölner Flughafentoilette erstickt: Studentin wegen Tötung ihres Säuglings angeklagt

Am Donnerstag solle der Flugverkehr wieder normal statt finden.

Als das Baby im November 2016 zur Welt kam, war es 49 Zentimeter groß, wog knapp  mehr als 3000 Gramm und war  voll lebensfähig. Doch der kleine Junge hatte keine Chance: Seine Mutter wollte ihn nicht und erstickte den Säugling  auf der Toilette des Flughafens Köln/Bonn. Die Staatsanwaltschaft hat gegen die 28-jährige Studentin jetzt Anklage wegen Totschlags erhoben. Gegen den Lebensgefährten wird noch gesondert ermittelt.

Ein Gerichtssprecher hat den Eingang der Anklage beim Schwurgericht  bestätigt. Wann der Prozess stattfindet, ist noch offen. „Wir werden alles tun, die bei Haftsachen üblichen  gesetzlichen Fristen (Sechs Monate nach Anklageerhebung, Anm. d. Red.) einzuhalten“, sagte der Jurist. Demnach könnte das Verfahren frühestens im Mai oder Juni beginnen.

Die Ermittlungen ergaben, dass Sabine S. (alle Namen geändert) bereits seit Mai von ihrer Schwangerschaft wusste. Zu diesem Zeitpunkt soll sie bereits  zwei Abtreibungen hinter sich gehabt haben. Ihr 26 Jahre alter Lebensgefährte Dieter B. – die beiden waren seit vier Jahren ein Paar –   wusste von der erneuten Schwangerschaft, aber er soll ebenso wie sie kein Kind gewollt haben. Er drängte zu einer Abtreibung, doch offensichtlich war es dafür auf legalem Weg bereits zu spät.

Auf dem Rückflug setzten die Wehen ein

Laut Ermittlungsakte soll sich Sabine S. dann entschlossen haben, das Kind heimlich zur Welt zu bringen, um es unmittelbar nach der Geburt abzugeben, etwa in eine Babyklappe oder in ein Krankenhaus. Ihrem Freund gegenüber habe sie wahrheitswidrig erklärt, einen Schwangerschaftsabbruch durchgeführt zu haben, heißt es im bisherigen Ermittlungsergebnis. Er soll das geglaubt haben.

Dann kam der gemeinsame Urlaub  – und er endete in einer Katastrophe: Sabine S. und  Dieter B. hatten 14 Tage auf Gran Canaria verbracht, dort Bekannte  besucht, die ebenso wie Dieter B. nichts von der Schwangerschaft ahnten. Die Studentin trug weite Kleider,  auch mal einen Bikini am Strand, war guter Dinge und fröhlich, wie sich Freunde an den Besuch aus der Heimat erinnerten. Von Schwangerschaft war keine Rede.

Den anschwellenden Bauch erklärte sie mit der fortgeschrittenen Schwangerschaft vor der Abtreibung. Auf dem Rückflug von Gran Canaria setzten bei der Studentin dann die Wehen ein. Der Freund soll wiederum geglaubt haben, die Schmerzen stammten von der nicht korrekt ausgeführten Abtreibung.

Notoperation im Krankenhaus

Auf der Flughafentoilette hatte die Studentin das Kind per Sturzgeburt zur Welt gebracht. Dann soll sie  es erstickt, den Leichnam des Babys in einen Beutel gesteckt und dem angeblich ahnungslosen Freund übergeben haben. Der habe  den Beutel kommentarlos in den Rucksack gesteckt, als er sah, wie schlecht es der Freundin ging. Danach war sie zusammengebrochen und aufgrund des erlittenen Blutverlustes mit Freund und dem toten Kind im Rucksack ins Porzer Krankenhaus gebracht worden.

Dort leiteten die Gynäkologen eine Notoperation ein. Die Ärzte hatten sofort realisiert, dass Sabine S. unmittelbar zuvor entbunden haben musste. Die Polizei hatte daraufhin am nächsten Tag die Wohnung des Lebensgefährten  aufgesucht und das tote Kind unter seinem Bett aufgefunden. Er soll den Leichnam bereits  im Krankenhaus entdeckt haben. Warum er sich nicht den Ärzten anvertraute, wird im Prozess zu klären sein.

Inwieweit bei der Studentin aufgrund der psychischen Belastungssituation zur Tatzeit eine verminderte oder gar aufgehobene Schuldfähigkeit besteht, ist bisher noch unbeantwortet und wird in dem Totschlagsprozess wohl eine entscheidende Rolle spielen....Lesen Sie den ganzen Artikel bei ksta

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