Kölner Gründer: „Trusted Shops“-Siegel zeigt Sicherheit für Online-Käufer

Für die damals kleine Idee arbeiten heute über 300 Menschen in Köln.

Beim Gang durch die Flure in der vierten Etage des Bürogebäudes an der Subbelrather Straße 15c könnte man meinen, bei „Trusted Shops“ handele es sich um ein frisch gegründetes Start-Up. Die Wände sind zugeklebt mit aufwendigen Strategie-Plänen, auf einer Dachterrasse mit Blick auf den Mediapark stehen bunte Sitzgelegenheiten und Kästen mit hippen Softdrinks. Das Durchschnittsalter der Mitarbeiter: 31.

Dabei gibt es das Unternehmen immerhin seit 1999. Damals steckt das Internet noch in den Kinderschuhen. Ulrich Hafenbradl ist 25 Jahre alt. Er studiert Wirtschaftsinformatik, schreibt gerade an seiner Diplomarbeit. Auf Jobsuche landet Hafenbradl in einer kleinen Unternehmensberatung. Dort lernt er Jean-Marc Noël kennen.

Beide faszinieren sich für die Möglichkeiten des World Wide Webs und dem damit verbundenen Online-Handel. In den USA gibt es bereits Amazon und Ebay, in Deutschland eröffnen Bertelsmann und andere Unternehmen die ersten Shops. „Wir hielten das für eine tolle Sache, aber wir fragten uns, wie man sich eigentlich sicher fühlen kann beim Einkaufen im Internet“, sagt Hafenbradl.

Siegel soll Sicherheit beim Online-Shopping vermitteln

Also setzt er sich damals mit Noël zusammen. Gemeinsam haben sie eine Idee, wie Kunden Vertrauen zu Online-Shops haben können. „Wir dachten: Lass uns doch eine Art Tüv-Prüfung machen und die Plattformen von Experten auf Herz und Nieren untersuchen“, sagt Hafenbradl. Die Idee für „Trusted Shops“ war geboren.

Praktischerweise arbeiten Hafenbradl und Noël bereits mit einer Versicherungsfirma eng zusammen. Sie stellen dem Unternehmen ihr Konzept vor, die Firma beteiligt sich und sorgt für die ersten finanziellen Mittel.

Anfänglich arbeiten sie von Zuhause aus, dürfen aber auch die Büroräume ihres Arbeitgebers nutzen. „Die ersten Jahre waren schwer. Online-Handel war einfach noch nicht so verbreitet“, erklärt Hafenbradl: „Es hat gedauert, bis wir angefangen haben, Geld zu verdienen.“ Das Konzept ist simpel: Unternehmen können Mitglied bei „Trusted Shops“ werden. Dafür zahlen sie eine Gebühr. Kleine Unternehmen, die nicht so viel Umsatz haben, zahlen beispielsweise weniger als 1000 Euro im Jahr. „Mit der Größe des Unternehmens steigt der Beitrag“, erklärt Hafenbradl.

Rechtsexperten prüfen die Online-Shops

Als Gegenleistung bekommen die Online-Shops das „Trusted Shops“-Siegel auf der Homepage. Dahinter stehen Rechtsexperten und Prüfer, die sich die Online-Auftritte genau anschauen. Sie achten etwa auf allgemeine Geschäftsbedingungen, das Impressum, Datensicherheit, aber auch die Bonität und Kreditwürdigkeit.

Für den Endverbraucher bedeutet das Sicherheit. Er weiß: In diesem Shop kann ich guten Gewissens einkaufen. Einkäufe bis zu 100 Euro sind automatisch finanziell abgesichert. Darüber hinaus bietet das Unternehmen „Trusted Shops Plus“ an. Für 9,99 Euro im Jahr gilt der Käuferschutz dann auch für Einkäufe bis 20 000 Euro.

Über die Jahre immer wichtiger geworden sind die Kundenbewertungen. Diese werden von „Trusted Shops“ überprüft, auf schlechte Bewertungen müssen die Unternehmen antworten. Gibt es trotzdem Probleme, kann man sich an die Problemlöser, den Service von „Trusted Shops“ wenden.

Trusted-Shop-Siegel auch auf ausländischen Seiten

Auf die Frage, ob das Gütesiegel in einer Zeit von Facebook-Bewertungen und Online-Foren, einer generell reiferen Bildung über die Gefahren und Möglichkeiten des Internets als noch im Jahr 1999, überhaupt noch relevant ist, sagt Hafenbradl: „Die Qualität an Bewertungen ist nicht überall die Gleiche. Es gab schon große Betrugsfälle bei Amazon und anderen. Deswegen ist es notwendig, dass wir uns um die Richtigkeit der Rezensionen und ihre Ausgewogenheit kümmern. Und wo hat man sonst zusätzlich noch eine Expertenprüfung?“

Heute, 18 Jahre später, steht das Güte-Siegel des Unternehmens auf Homepages wie denen von Mediamarkt oder Zalando. Insgesamt haben Hafenbradl, Noël und Thomas Karst, der als dritter Geschäftsführer einige Jahre später dazu kam, rund 320 Mitarbeiter und über 25.000 Shops im Repertoire – auch auf anderen europäischen Märkten wie England, Polen oder Frankreich.

Seit 1999 hat sich nicht viel verändert, auch der Start-Up-Charakter ist dem mittelständischen Unternehmen erhalten geblieben. „Unsere Mission ist auch immer noch die gleiche: Wir wollen den E-Commerce sicher machen. Und das nicht nur bei den großen Playern, sondern auch bei all den kleinen und mittleren Anbietern. Das macht es ja auch spannend, diese Vielfalt“, sagt Hafenbradl....Lesen Sie den ganzen Artikel bei ksta

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